Zum Fest sitzt das Geld bekanntlich ein wenig lockerer, dann darf’s ein wenig mehr sein als ein Taschenbuch. Prachtbände für die Auto-Bibliothek erscheinen folglich auch meist im Herbst. In diesem Jahr ragen zwei Bücher aus dem Angebot heraus: Haiwart Schraders "Automobil Faszination" (BLV Verlag, München, 240 Seiten, 76 Mark) und Michael Sedgwicks "Die schönsten Autos der 30er und 40er Jahre" (Econ Verlag, Düsseldorf, 240 Seiten, 78 Mark). Beides sind Bände, nach denen sich Sammler die Finger lecken: reich bebildert, mit präzisen, aber dennoch nicht drög-technischen Texten.

Den äußeren Vergleich gewinnt Sedgwicks Buch, es ist bei nahezu gleichem Preis größer im Format als das Schrader-Buch, das es immerhin auch auf die Maße 22 mal 30 Zentimeter bringt. Sedgwicks Werk hat 450 Illustrationen und Photos, davon 200 in Farbe. Schrader kömmt zwar auf dieselbe Gesamtzahl, aber nur knapp hundert Abbildungen sind in Farbe. Econ gab seinem Buch einen schmucken Leineneinband, BLV blieb bei seinem gewohnten Plastik. Aber entscheidender ist der inhaltliche Unterschied: Schrader stellte eine "Chronik des Automobils" zusammen, sein Bogen reicht von 1885 bis in die 70er Jahre. Der britische Autor, wie Schrader ein renommierter Fachmann auf dem Gebiet der Automobilveteranen, beschränkt sich auf jene zwei Jahrzehnte, in denen die wohl schönsten Autos aller Zeiten gebaut wurden. Mit dieser Eingrenzung hat er natürlich mehr Möglichkeiten, tiefer in sein Thema einzudringen als sein deutscher Kollege. Technisch Interessierte werden eher in dem Sedgwick-Band auf ihre Kosten kommen, zahlreiche Konstruktionsskizzen ergänzen dort die Photos. Beide Bücher hätte man gerne im Regal, ein billiges Vergnügen ist das allerdings nicht.

K. V.