ZEIT: Die Versicherungsgesellschaften haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr aus dem Wohnungsbau zurückgezogen. Warum?

Schwebler: Vor allem das zunehmende Auseinanderklaffen von Aufwand und Ertrag im Mietwohnungsbau hat zu dieser Zurückhaltung veranlaßt. Während Bodenpreise und Baukosten kräftig anstiegen, entwickelten sich die Mieten nur unterdurchschnittlich. In den späten siebziger Jahren haben wir auch keine Chance mehr gesehen, in absehbarer Zeit eine angemessene Rendite zu erzielen. Als es das Gesetz zur Regelung der Miethöhe noch nicht gab, war das aber noch möglich. Dies gilt vor allem für den frei finanzierten Wohnungsbau, in dem die Versicherungswirtschaft aufgrund der Tatsache, daß sie nur Eigenmittel investiert, stärker engagiert ist als im sozialen Wohnungsbau.

ZEIT: Welche Rendite erzielen Sie derzeit mit neuen Wohnbauten?

Schwebler: Am Anfang zwischen drei und dreieinhalb Prozent brutto, das heißt vor Abschreibungen. Wenn wir den Mietanstieg der vergangenen zehn Jahre zugrunde legen, dauert es etwa 13 bis 14 Jahre, bis ein Wohnhaus die Durchschnittsrendite der anderen Vermögensanlagen erreicht, die liegt bei sieben Prozent.

ZEIT: Ging das früher schneller?

Schwebler: Als es das Gesetz zur Regelung der Miethöhe nicht gegeben hat, haben wir mit den, Wohnungen schon nach fünf bis sechs Jahren die Rendite der anderen Anlagen erreicht.

ZEIT: Liegt das nur an der Gesetzgebung?