Am Anfang stand Debray: Der heute als Berater von Präsident Mitterrand tätige einundvierzigjährige Schriftsteller, Castro-Freund, Che-Genosse und politische Publizist war 1970 nach spektakulärer Intervention des Papstes und Picassos, Chaplins und Sartres, Malraux’ und de Gaulles nach drei Jahren aus bolivianischer Haft entlassen worden. Im selben Jahr holte der Politiker und "L’Express"-Herausgeber Servan-Schreiber im Privat-Jet den Protestsänger Theodorakis aus einem KZ der griechischen Obristen-Junta.

Eine Tradition der nachdrücklichen und erfolgreichen Intervention für Intellektuelle unter Staatsterror, die nun Regis Debray mit Hilfe seines hohen Regierungsamtes fortsetzt: Erst kürzlich konnte der 22 Jahre in einem kubanischen GULAG verschollene Lyriker Armando Valladares durch französische Bemühungen befreit werden. Und vergangene Woche traf in Paris einer der bedeutenden Poeten Südafrikas, Breiten Breytenbach, ein: Er war, verheiratet mit einer Vietnamesin, nach mehreren Prozessen, Ausweisungen und einer illegalen Einreise in seine Heimat Opfer der Rassengesetze geworden und als Kommunist, Umstürzler, verschwörerischer Agent zu neun Jahren Haft verurteilt worden, Nun durfte er "schon" zwei Jahre früher in die Freiheit: sieben Jahre zuviel, die Südafrikas Rassisten ihm stahlen.

F.J.R.