DIE ZEIT

Lenkt Moskau ein?

Die dicksten Schlagzeilen erhielt die unwichtigste Geschichte: der Bericht des Londoner Guardian, daß die Amerikaner planten, ihr Hauptquartier aus Stuttgart-Vaihingen ins englische High Wycombe zu verlegen.

R(h)einhaltung

Beim Egoismus endet Europa immer häufiger: Ende voriger Woche weigerte sich Frankreich in der sogenannten "Rheinkommission" der Anliegerstaaten, einem Zeitplan zuzustimmen, ab wann das in den Rhein geleitete Salz aus den französischen Gruben reduziert werden soll.

Korpsgeist

In Berlin ist sie wieder aufgetaucht – die abstoßende Fratze des Antisemitismus. In einer Polizeischule quälten junge Polizisten zwei Jahre lang einen jüdischen Mitschüler, mit Worten und Taten.

Geldstrafe

Schläger und Chaoten, wie er vorgibt, kann der baden-württembergische Innenminister Roman Herzog mit seiner neuen Polizeikosten-Verordnung nicht gemeint haben.

Kohls Kür: Wende auf dünnem Eis

Mancher mag in der Prozedur, die der Bundestag in dieser Woche absolviert, kaum mehr als ein Stück unvermeidbares Staatsspektakel sehen.

Der Nato-Generalsekretär: Der Chef, der keine Richtung weist

Die Bemerkung war Programm, auch für die eigene Person: "Wir sehen uns", sagte der 71 Jahre alte Generalsekretär der Nato vorige Woche am Ende der jüngsten Ministerrunde in Brüssel, "hoffentlich in einem Jahr wieder und haben dann 1983 gut überstanden.

Zeitspiegel

Der amerikanische Geheimdienst CIA war seit Beginn des polnischen Frühlings im August 1980 weitaus besser über die Positionen und Pläne der Warschauer und Moskauer Militärs informiert, als die öffentlichen Erklärungen der Administration vermuten ließen.

Worte der Woche

"Ich hatte gehofft, daß die meisten Mitglieder des Hauses angesichts der für die Vereinigten Staaten bestehenden Bedrohung aufgewacht seien.

Kleine Schritte in großer Eile

Ein Unikum in der Geschichte der Bundesrepublik: Die Bonner Koalition sucht die Bestätigung durch den Wähler, ehe noch die legendäre Hundert-Tage-Schonfrist verstrichen ist, die einer neuen Regierung gemeinhin gewährt wird.

Galgenhumor und Zuversicht

Die Auflösung des Bundestages – für die meisten Parlamentarier fast ein Alltagsvorgang

Italien: Alle Spuren weisen nach Bulgarien

Daß die Spur des Verbrechens nach oder durch Bulgarien führt, kann nicht einmal die Sofioter Regierung leugnen. Der Nebel, der das Attentat auf den Papst umgibt, hat sich durch diese Gewißheit freilich wenig gelichtet.

Spanien: Mut zum Unpopulären

Zwei Tage nach seinem Amtsantritt wertete der neue Ministerpräsident die Pesete ab und wagte damit eine Entscheidung, die sein Amtsvorgänger ängstlich vermieden hatte.

Surinam: Der Sozialismus ist äußerst unpopulär

Surinams starker Mann, Oberstleutnant Sedi Bouterse, erklärte über Funk und Fernsehen, das Militär habe nun die "volle Macht" übernommen, um einen "Staatsstreich" einer "kleinen Elitegruppe" zu verhindern.

"Dallas" – ein Vorbild für dieses unser Land?

Die Union hat in erstaunlicher Geschwindigkeit die Attitüde einer unfehlbaren Regierungspartei angenommen. "Wir treten nicht mit Unwahrheiten vor die Wähler, wie es frühere Regierungen getan haben", so dekretierte der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Alfred Dregger in der Haushaltsberatune, die zu einer vorgezogenen Wahlschlacht geriet.

Rente gut, alles gut

Die Krise betrifft viele und macht viele betroffen: über 27 Millionen Versicherte und gut dreizehn Millionen Sozialrentner. Sie haben guten Grund, kritisch über Sicherheit und Leistungsvermögen der gesetzlichen Rentenversicherung in der Bundesrepublik nachzudenken.

Immer noch eine gute Anlage

ZEIT: Vor zehn Jahren war es ein heißer Tip vor allem für gutverdienende Selbständige, sich in die gesetzliche Rentenversicherung "einzukaufen" – der Gesetzgeber hatte ihnen damals gerade diesen Zutritt eröffnet.

Fernseh-Zeit: Die große Angst

Friedrich Wilhelm Räuker, Intendant des Norddeutschen Rundfunks, hat, frei herausgesagt, Schiß, Weil dem so ist, werden am kommenden Samstag die Hamburger das Programm der Münchner "Lach- und Schießgesellschaft" auf ihrem.

Zuviel Öl macht arm

Die Opec ist zerstrittener als je zuvor. Mitte Juli hatte die Organisation erdölexportierender Länder die verantwortlichen Minister ihrer Mitgliedsstaaten nach Wien zur Konferenz geladen.

Weniger Lohn, mehr Arbeit

Wenn wir nur so unsere Arbeitsplätze retten können: Seit der Auseinandersetzung über einen Lohnverzicht bei Saarstahl ist dieser Satz nicht nur von den Beschäftigten des vom Konkurs bedrohten Hüttenwerkes immer wieder diskutiert worden.

Mietrechts-Novelle: Wahlkampf-Lärm

Das Mietrecht ist ein wenig liberaler, die Position der Vermieter leicht verbessert worden. Diese Gesetzesänderung ist sowohl überschaubar als auch vertretbar – anders als einige maßlose Protestaktionen glauben machen wollten.

Wohnungsmarkt: Umgewidmet

Zwei Milliarden Mark will die christlich-liberale Bundesregierung mit einer Zwangsanleihe den sogenannten Besserverdienenden abknöpfen, um damit den sozialen Wohnungsbau anzukurbeln.

Verkehrspolitik: Blick in die Vergangenheit

Übelmeinende Kritiker der nun nicht mehr ganz so neuen christlich-liberalen Koalition hatten die versprochene Wende gleich verspottet: Ein Rückschritt sei von der Kohl/Genscher-Regierung zu erwarten; mit der Politik der fünfziger, allenfalls der sechziger Jahre werde – in den Achtzigern – unser Land ins Verderben geführt.

Bonner Kulisse

"Das Ding haben wir gerade noch vom Tisch bekommen", frohlockte der SPD-Abgeordnete Helmut Esters, ein alter Haushaltsfuchs seiner Fraktion.

Grundig-Thomson: Eingekesselt

Das kann Max Grundig nicht gefallen: Auch Politiker, die sonst wenig gemeinsam haben, machen vereint gegen ihn mobil. Sowohl die SPD-Bundestagsfraktion als auch der Bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Franz Josef Strauß samt dessen Bonner Landesgruppe halten Grundigs Absicht, sein Unternehmen zu über 75 Prozent an den französischen Staatskonzern Thomson Brandt zu verkaufen, für eine ganz schlechte Sache und wollen das verhindern.

Berlin-Konferenz: Zukunft im Visier

Die Erwartungen waren zunächst gedämpft. Es ging vor allem darum, den Chefs der großen Unternehmen in Westdeutschland klarzumachen, daß sie neben ihrer wirtschaftlichen und sozialen auch eine politische Verantwortung haben, daß auch sie dazu beitragen müssen, die von wirtschaftlicher Auszehrung bedrohte Stadt lebensfähig zu erhalten.

Wer seine Grippe nimmt...

Ingo Hafner, Chef der Wuppertaler Papierfirma Reinhardt Schmidt, hat es satt, Zielscheibe bissiger Gewerkschaftskommentare zu sein: "In diesem Jahr machen wir nichts", entschied er erbost.

Italien: Lohn der Angst

Der Steuerbeamte drückte den Klingelknopf. Aber das große Tor des Mailänder Palastes tat sich nicht auf. Familie Bonomi-Bolchini war mit unbekanntem Ziel verreist, kurz bevor das Finanzamt eine hohe Steuerrechnung für vergangene Jahre zustellte.

Börsen-Report: Nachhilfe durch die USA

Als in den USA am Wochenbeginn endlich der Diskont um ein weiteres halbes Prozent gesenkt wurde, fielen den Börsenhändlern der Banken Steine vom Herzen.

2 Millionen Arbeitslose – Was tun?

Gerd Bucerius ist zu Recht alarmiert von der Verschlechterung der Wirtschaftslage. Allerdings: Nicht nur bei uns stehen die Konjunktursignale auf Sturm, sondern weltweit gibt es mehr schlechte Nachrichten als gute.

1982: Rekordjahr für Pleiten

Nicht die schlechte Wirtschaftslage allein ist Schuld an der erschreckend hohen Zahl von Konkursen und Vergleichsverfahren. Nach Untersuchungen des Instituts für Mittelstandsforschung waren beiachtzig Prozent der untersuchten Insolvenzfalle Finanzierungsmängel, bei gut drei Viertel der Fälle Mängel in der Unternehmensführung ausschlaggebend für die Firmenzusammenbrüche.

Ruinöser Wettbewerb

ZEIT: Sie haben, Herr Merten, zum erstenmal zusammen mit Ihren Gewerkschaftskollegen von der Bahn eine Neuorientierung der Verkehrspolitik gefordert und auch eigene Vorschläge gemacht.

Länder im Vergleich

Billiger als die meisten ihrer Nachbarn können die Deutschen derzeit die Tanks ihrer Autos füllen. Nur Luxemburger und Schweizer sind besser dran.

Zeitraffer

Mit 4,7 Prozent hat sich die Preissteigerungsrate in der Bundesrepublik im November ein weiteres Mal – wie schon in den vorangegangenen Monaten – ermäßigt.

Manager und Märkte

Bei der Dresdner Bank wollte man nicht so recht raus mit der Sprache. Doch für Branchenkenner steht fest, daß sich die Bank von ihrer Beteiligung an der renommierten deutschen Hotel-Kette Kempinski trennen will.

Moorburg muß sterben

Auch gegen den Widerstand der Grünen: Der Hamburger Hafen braucht mehr Platz

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