Als in den USA am Wochenbeginn endlich der Diskont um ein weiteres halbes Prozent gesenkt wurde, fielen den Börsenhändlern der Banken Steine vom Herzen. Denn die Zinssenkung in der Bundesrepublik hatte sich festgefahren. In den Papieren mit längeren Laufzeiten begann sich gerade eine Rendite von mehr als acht Prozent wieder fest zu etablieren. Jetzt besteht eine Chance, dauerhaft unter diesem Satz zu bleiben.

Aber das wird nur langsam gehen. Denn bei sinkenden Zinsen wächst auf dem deutschen Kapitalmarkt die Nachfrage nach Krediten, Schuldschein-Darlehen und Hypotheken. Die Dauerremittenten müssen sich Refinanzierungsmittel beschaffen. Und dies offenbar ohne Rücksicht auf die jeweilige Ergiebigkeit des Marktes.

Bis zum Jahresschluß gibt er erfahrungsgemäß nicht viel her. Die Großanleger haben ihre Bücher bereits geschlossen. Allenfalls sind sie bereit, vorzudisponieren falls sie der Meinung sind, daß im Januar die Zinssenkung Fortschritte machen wird. Nach der Diskontsenkung in den USA ist damit zu rechnen, und zwar auch dann, wenn der Zentralbankrat seinerseits auf eine weitere Herabsetzung des Diskonts vorerst verzichtet.

Unter den gegenwärtigen Umständen würde viel erreicht sein, wenn der 7 3/4prozentige Anleihetyp bis zum Jahresende marktgerecht wäre. Bisher hat er sich nicht durchsetzen können. Drei Emissionen mit diesem Nominalzinssatz harren ihrer endgültigen Plazierung. K. W.