"Nagel mal ’nen Pudding an die Wand." Seit zwei Jahrzehnten werden sie in der ZEIT gesammelt: die gestelzten und die gestanzten Politiker-Worte, die erhabenen und die trivialen, die gelungenen und jene, von denen Alfred Polgar gesagt hat: "Man möchte nicht glauben, was für Plage es oft macht, den Nagel so zu biegen, daß er auf den Kopf getroffen ist..." Eine Auswahl aus dem vergangenen Jahrzehnt ist hier zusammengestellt. In ihrer Mehrzahl sind sie gewichtig, denn auch so läßt sich Geschichte erinnern: Das Ende der sozial-liberalen Koalition, die Dramatik und das qualvolle Hin und Her; Watergate, der Vietnam-Krieg, der Kampf um die Ostverträge – der Horizont der Geschichte, aufgerissen durch prägnante Sätze ihrer Protagonisten. Und beiläufig kann man sich bestätigen lassen, was man immer schon wußte und schon wieder vergessen hatte: Kohl wollte wirklich schon immer Kanzler werden, und so drangvoll wie Strauß behauptet keiner, er wolle nichts und wirklich nichts werden. Und die wahre Troika deutscher Nachkriegsgeschichte, das ist doch diese: Schmidt, Wehner und Strauß, lustvoll und gnadenlos ineinander verbissen und, Respekt, immer wieder mit Phantasie im Weltkrieg. Ja, und Jimmy Carter hatte ja wirklich eine fliegende Untertasse gesehen. (Eine Auswahl aus den "Worten der Woche" aus der Wochenzeitung DIE ZEIT, herausgegeben von Gerhard Spörl; R. G. Fischer, Frankfurt; 112 S., 8,80 DM.)