Mit 4,7 Prozent hat sich die Preissteigerungsrate in der Bundesrepublik im November ein weiteres Mal – wie schon in den vorangegangenen Monaten – ermäßigt. Nahrungsmittel sind im Vergleich zum November 1981 sogar nur um 2,5, Benzin um 1,3 Prozent teurer geworden. Und günstiger noch als vor einem Jahr konnten Produkte der Unterhaltungselektronik wie Rundfunk-, Fernseh- und Phonogeräte sowie Photo- und Kinoapparate eingekauft werden. Mieten dagegen sind im Jahresvergleich um 5,1 Prozent gestiegen, bei Heizöl lag der Preis um neun Prozent höher.

Die Warenkörbe für die vom Statistischen Bundesamt erfaßten Haushaltstypen verteuerten sich ohne große Unterschiede. So mußten Rentnerhaushalte 4,4 Prozent, ein Vier-Personen-Arbeitnehmerhaushalt mit mittlerem Einkommen 4,5 Prozent und bei höheren Einkommen 4,6 Prozent mehr ausgeben als vor einem Jahr, um den Lebensstandard zu halten.

Auch in den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres wird es keine hektische Preisentwicklung geben, verspricht die Bundesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels dem bundesdeutschen Verbraucher. Denn die durchschnittlichen Preisaufschläge bei den Einkaufspreisen liegen heute mit 3,5 und 4,5 Prozent deutlich unter denen der vergangenen eineinhalb Jahre, so daß „mit einem reduzierten Anstieg der Lebenshaltungskosten“ gerechnet werden kann.

Der arg gebeutelte Einzelhandel, der mit voraussichtlich 427 Milliarden Mark Gesamtumsatz in diesem Jahr keinen wertmäßigen Zusatz erzielen wird, hofft darauf, daß die Verbraucher im nächsten Jahr weniger auf die „hohe Kante“ legen werden. Wenn die Sparquote von derzeit zirka fünfzehn Prozent nur um ein Prozent sinkt, würden fünfzehn Millionen Mark für den Konsum zusätzlich freiwerden.

Ho