Der Opec stehen magere Jahre bevor

Von Peter Christ

Die Opec ist zerstrittener als je zuvor. Mitte Juli hatte die Organisation erdölexportierender Länder die verantwortlichen Minister ihrer Mitgliedsstaaten nach Wien zur Konferenz geladen. Das Treffen scheiterte. Nicht mal auf eines ihrer inhaltsleeren Kommuniqués konnte sich die Runde einigen. In den frühen Sechzigern hatte es zum letzten Mal einen ähnlichen Eklat gegeben.

Ein weiteres Treffen, Ende Oktober in der österreichischen Hauptstadt angesetzt, wurde kurzfristig abgesagt. Dann wollten die Ölminister am 9. Dezember in Nigeria konferieren. Auch dieser Termin platzte, weil die Minister nicht ausgerechnet im Opec-Land Nigeria aneinandergeraten wollten. Jetzt soll der Krach auf neutralem Terrain, nächsten Sonntag in Wien, stattfinden. Die Chancen, daß danach wieder eitel Sonnenschein herrscht, stehen schlecht.

Denn der Zwist im Klub der Ölexporteure hat tiefe wirtschaftliche Ursachen, die nicht mit einer Konferenz aus der Welt geschafft werden können: • Die Opec fördert nur noch mit rund sechzig Prozent ihrer Kapazität,

  • die Ölpreise geraten immer stärker unter Druck,
  • die Einnahmen der Ölländer gehen zurück. Neun der dreizehn Opec-Staaten werden in diesem Jahr ein Defizit in ihrer Leistungsbilanz ausweisen.

Folgen den fetten siebziger Jahren, in denen die Rohölpreise um das Zehnfache und die Einnahmen der Opec um rund das Siebenfache stiegen, dürre achtziger Jahre? Und wird der Rohölpreis, der noch 1980 auf bis zu 42 Dollar für ein Barrel (159 Liter) geklettert war, tatsächlich auf zwölf Dollar sacken, wie es der Nobelpreisträger für Ökonomie, Milton Friedman, prophezeit hat?