Erstes berufliches Neuland betritt Klaus Götte, im Krach ausgeschiedener Gesellschafter der Friedrich Flick Industrieverwaltung KG aA. Auf der Hauptversammlung der MAN im Februar wird er sich in den Aufsichtsrat der zum GHH-Konzern zählenden Augsburger Maschinenbau-Gruppe wählen sen.

Mit konkreten Verhandlungen über eine neue Führungsposition will sich Götte dagegen Zeit lassen. Allen umlaufenden Job-Gerüchten zum Trotz fuhr der Flick-Aussteiger erst einmal zu einem verlängerten Weihnachtsurlaub in die Schweiz und vertröstete alle Anrufer auf Mitte Januar. Götte wird vor allem als Kandidat für die Chefposition beim Luft- und Raumfahrtkonzern MBB gehandelt, dessen derzeitiger Inhaber, der vor einer Vertragsverlängerung stehende Gero Madelung, nicht unumstritten ist. Götte-Spekulationen ranken sich aber auch um eine mögliche Nachfolge des Dresdner-Bank-Chefs Hans Friderichs, sollte dieser über die Parteispenden-Affäre stolpern.

Im Sommer letzten Jahres hatte das Bundeskartellamt den Fall zu den Akten legen müssen: Der Einstieg des Großhandelsunternehmens Metro beim Kölner Kaufhof mit nur 24 Prozent konnte von den Berliner Wettbewerbshütern nicht untersagt werden. Und es gelang ihnen auch nicht, für den gleichzeitigen Erwerb von weiteren 25 Prozent des Kaufhof-Kapitals durch die Schweizerische Bankgesellschaft ein "Zusammenspiel" mit der Metro zu beweisen. Letzte Woche nun teilte Metro dem Berliner Amt mit, daß sie ihre Beteiligung auf 25 Prozent aufstocken möchten – damit konnte nun ein Fusionskontrollverfahren eingeleitet werden.

Schon früher hatten die Berliner Kartellbeamten erklärt, daß sie diese Fusion untersagen werden. Doch ein leichter Fall wird es nicht. Denn bisher kann keinem heimischen Handelsunternehmen eine marktbeherrschende Stellung zugeschrieben werden. Aber jedenfalls wird es zunächst einmal schnell gehen, weil der Fall ja schon vor Jahresfrist geprüft worden ist.

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Trotz schwacher Baukonjunktur entwickelte sich bei den Banken die Baufinanzierung seit einigen Monaten zum Wachstumsträger. Die Bereitschaft zum Eigenheimbau nimmt mit sinkenden Zinsen zu. Das registriert auch die Deutsche Bank. Vor einigen Wochen hatte sie eine Anzeigenserie unter dem Motto "Jetzt bauen" gestartet. Seither wird sie mit Anfragen von Interessenten überhäuft. Um diese bewältigen zu können, mußten rund tausend Mitarbeiter "frei gemacht" werden.

Den Sündern wider das europäische Stahlpreiskartell soll es künftig schneller an den Kragen gehen. Vom 1. Januar an wird nämlich den in die Disziplinierungsmaßnahmen der Europäischen Kommission einbezogene Stahlhandel nicht mehr von Brüssel, sondern von den jeweiligen nationalen Behörden aus auf die Einhaltung der bei der Kommission hinterlegten Listenpreise überwacht.