Die französischen Arbeitgeber reichen der linken Regierung in Paris die Hand zur Zusammenarbeit. Das ist das erstaunliche Ergebnis der Mammutkonferenz, zu der Yvon Gattaz, der Präsident des mächtigen französischen Arbeitgeberverbandes, in der vergangenen Woche 25 000 Gefolgsleute, kleine und mittlere Unternehmer, aber auch große Bosse, zusammengetrommelt hatte.

Zwar gab es genug Klagen während der beiden Tage zu hören über die drückende Verschuldung und die hohe Abgabenlast der Unternehmen. Doch Gattaz, dem einflußreichen Patron der Patrone, gelang es, die Kongreßteilnehmer auf eine Haltung einzustimmen, die man tags darauf an höchster Stelle, im Elyseepalast nämlich, als "positiv und gut für das allgemeine Klima der französischen Gesellschaft" beurteilte. In mehreren Punkten haben die Arbeitgeber ihre Vorstellungen zur Wirtschaftspolitik deutlich gemacht. Sie laufen, vereinfacht, auf die Formel hinaus: Wenn die Regierung die finanzielle Belastung der Unternehmen mildert, werden sich die Unternehmen in großem Stil um die Beschäftigung von Jugendlichen bemühen.

Das hört in der Regierung jeder gern, ist doch die Rettung der französischen Unternehmen eine Aufgabe, für die Präsident Mitterrand selbst die Schirmherrschaft übernommen hat. Voilà, so geht es auch. hhb