Wer den jüngsten Monatsbericht der Bundesbank aufmerksam studiert, findet Hinweise auf ein sich änderndes Anlageverhalten sowohl der privaten Sparer als auch der professionellen Anleger. Für die private Bankenkundschaft werden die Sparbriefe des Kreditgewerbes attraktiver, bei den Versicherungen gewinnen Schuldscheindarlehen wieder größeres Gewicht. Beides Anlageformen, die kein Kursrisiko kennen.

Seit die Renditen der meisten festverzinslichen Papiere unter acht Prozent gefallen sind, leuchten hier und dort rote Warnlampen auf. Die Zinsen auf dem deutschen Kapitalmarkt liegen ietzt um fast vier Prozentpunkte unter ihrem Höchststand, den sie im Spätsommer vorigen Jahres erreicht hatten. Den größten Teil des Abstiegs haben sie damit hinter sich.

Das Umschalten auf "risikolose" Anlagen läßt erkennen, daß der deutsche Sparer nicht nur zinsbewußter geworden ist. Darüber hinaus ist ihm, aus traurigen Erfahrungen ein Gespür für drohende Gefahren erwachsen. K. W.