Die privaten Verbraucher waren im dritten Quartal dieses Jahres wieder einkaufsfreudiger, stellt die Deutsche Bundesbank in ihrem neuesten Konjunkturbericht fest. Die Ausgaben für privaten Konsum stiegen trotz des stagnierenden Einkommens, während die Sparquote um ein Prozent sank. Es wurden nur noch durchschnittlich vierzehn Prozent des verfügbaren Einkommens auf die hohe Kante gelegt.

Für Lichtblicke im bundesdeutschen Wirtschaftsgeschehen sorgten die Bauherren. Im dritten Quartal dieses Jahres lagen die Auftragseingänge beim Bauhauptgewerbe um drei Prozent höher als in den vorangegangenen drei Monaten. Die Bundesbank sieht darin eine erste Wirkung der Zinssenkung für Baukredite sowie des neuen Wohnungsbauprogramms.

Die bundesdeutschen Exporteure waren besonders erfolgreich in ihrem Handel mit dem Nahen Osten. In den ersten neun Monaten dieses Jahres stiegen ihre Ausfuhren dorthin um 26 Prozent auf über 25 Milliarden Mark. Die Einfuhren aus dieser Region – vorwiegend ist das Öl – sanken dagegen um vierzehn Prozent auf gut sechzehn Milliarden Mark. Am kaufkräftigsten waren die saudiarabischen Kunden, die mit 6,4 Milliarden Mark den Wert ihrer Aufträge verdoppelten. In den Irak wurden Waren für 5,7 Milliarden Mark geliefert – dreißig Prozent mehr als in den ersten neun Monaten des letzten Jahres. Nur Iran hat die Einfuhren aus der Bundesrepublik um fünfzehn Prozent gekürzt.

Konjunkturprogramme werden die Arbeitslosigkeit in der Bundesrepublik kaum lindern, prophezeit das Münchner Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. Nach seiner Analyse sind nämlich nur rund ein Viertel der zwei Millionen fehlenden Arbeitsplätze konjunkturbedingt. Der Rat der Arbeitsmarktforscher: Eine erfolgreiche Wachstumspolitik vor allem bei der Elektrizitätsversorgung, im Straßenbau und bei der Telekommunikation. Hiermit könnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden

Wieviel Männer und Frauen werden in der Bundesrepublik Ende 1983/Anfang 1984 arbeitslos sein? Das Kieler Institut für Weltwirtschaft erwartet ein Ansteigen der Arbeitslosenzahl auf fast drei Millionen. Etwas milder fällt die Prognose des Hamburger HWWA-Instituts für Wirtschaftsforschung aus: 2,6 Millionen Arbeitslose Ende 1983 und 2,3 bis 2,4 Millionen im Jahresdurchschnitt, haben die Wissenschaftler dort errechnet. Ho