Was macht der gewiefte Taktiker, wenn er nicht mehr weiter weiß? Er gründet einen Ausschuß. Dieses Allheilmittel fiel auch den geplagten Rheinland-Pfälzern ein, als es darum ging, die politischen Hintergründe der zahlreichen Weinskandale zu klären. Das Mainzer Parlament tat also, was alle tun – und gewann erst einmal Zeit. Neun Monate lang kreißte der Berg – sprich – Untersuchungsausschuß – und gebar am Ende nicht einmal eine Maus. Gegen die Stimmen der Opposition befand die CDU-Mehrheit jetzt, es gäbe seinen Anlaß zu Vorwürfen über allzu lasche Kontrollen des Weinrechts. Und ebensowenig lasse sich ein Fehlverhalten einzelner Politiker feststellen.

Ein politisches Ergebnis – mehr nicht. So jedenfalls sieht es nicht nur die Opposition im Mainzer Landtag, so empfinden es auch die vielen Winzer, die sich nicht mit Hilfe von Zuckerlösungen und ausländischem Billigwein reich gepanscht haben. Überraschend ist dieses Ergebnis nicht. Aber dem Ruf des deutschen Weins ist damit ebensowenig gedient wie der Glaubwürdigkeit der Kontrolleure. Die Zweifel bleiben. ms