T ateinisch und Griechisch kann man lerJLmen, Englisch und Französisch auch. Ja, es gibt Sprachgenies, die lernen scheinbar mühelos sogar Chinesisch oder Suaheli. Die ÄKS (Abkürzungssprache) hingegen kann keiner lernen.

Wenn einer 30 000 Wörter einer Sprache kennt, dann beherrscht er diese Sprache so gut wie nur möglich. Mit 30 000 Abkürzungen kennte er gerade ein Sechstel von denen, die allein Paul Spillner in "Ullsteins Abkürzungslexikon" zusammengetragen hat, und das sind längst nicht alle. Jeden Tag entstehen hundert neue AKUWÖs (Abkürzungswörter). Sie verbreiten sich wie Bazillen. Die meisten sind kurzlebig, aber viele halten sich auch länger.

Für die Abkürzungen gibt es gute Gründe, vertretbare Erklärungen und dumme Ausreden.

In den Naturwissenschaften werden Wörter, etwa für die chemischen Elemente, durch Abkürzung zu Zeichen, mit denen man rechnen kann, die sich in Formeln einbringen lassen.

Neue Produkte, neue Techniken verlangen nach einem neuen Wort. Und wenn das so geschickt aus Abkürzungen gebildet wird wie "Laser", dann ist dagegen so wenig einzuwenden wie gegen Kino, Auto, Lok, Labor oder Photo.

Für alle Markennamen, die in irgendein Register eingetragen werden müssen, reicht die deutsche Sprache nicht aus. Und in den Registern stehen sie ja auch gut. Solange die Umgangssprache nicht damit infiziert wird, sollen meinetwegen täglich neue Abkürzungen erfunden werden.

Schließlich hat, wer Tag für Tag das gleiche Wort hundertfach schreiben muß, einen guten Grund, DM zu schreiben für Deutsche Mark oder MdB für Mitglied des Bundestages.