Von Günter Haaf

Damit immer mehr immer weniger tun können, müssen immer weniger immer mehr tun Wanckpruch im Hamburger Fischmarkt

Was war das nur für ein Jahr! Auf jeden Fall eines, das voll im Trend liegt. Denn 1982 entstanden immer schneller Trends, die immer detaillierter und immer liebevoller befolgt und beschrieben wurden.

jedem, der in dieser unserer Gesellschaft immer noch mitmacht (und selbst der Aussteiger liegt im Trend), jedem muß doch im abgelaufenen Jahr klar geworden sein, daß der Trend in uns ist, um uns und um uns herum – im Guten wie im lösen,

Das Böse zuerst: Immer mehr Arbeitslose stehen, zumindest in Amerika, in immer längeren Schlangen vor immer mehr Wohlfahrtsämtern. Immer mehr Raketen bedrohen immer mehr verängstigte Bürger. Immer saurerer Regen tötet immer mehr Wälder, Immer mehr Jugendliche verfallen dem Alkohol, weil sie immer mehr Null Bock auf die Zukunft haben.

Jetzt das Gute, das angeblich immer seltener wird: Die Ölpreise geraten immer mehr unter Druck, weil außerhalb der Opec immer mehr Öl gefunden und immer mehr Energie gespart wird. Lebensmittelchemiker finden immer weniger Rückstände in Fleisch und Milch. Die Menschheit wächst neuerdings immer langsamer, obwohl sich die Experten noch immer uneins sind, weshalb dem so ist.

Und schließlich die Trends, über die man schon immer so oder so denken konnte: Immer mehr bundesdeutsche Wähler zeigen bei immer mehr Wahlen immer größere Beweglichkeit. Immer mehr Mädchen hungern bis zum Umfallen, vielleicht, weil immer mehr Männer keusch leben (oder umgekehrt). Immer mehr deutsche Frauen gebären in immer höherem Alter immer weniger Kinder (!). Gynäkologen produzieren immer mehr Retortenbabys (schon vier in diesem Lande), Physiker immer mehr Elemente (Nr. 109 wurde im August in Darmstadt erzeugt). Bundesbürger essen immer mehr Kiwi-Früchte, und immer mehr Luxus-Hotels sind nur noch für Öl-Scheichs erschwinglich.