Der Verdacht gegen Aspirin, das Reye-Syndrom – eine seltene, aber lebensbedrohende Virus-Infektion bei Kindern – zu verschlimmern oder gar zu verursachen, hat in den Vereinigten Staaten beträchtlichen Disput zwischen Wissenschaftlern und Ärzten, Regierung und Verbrauchern ausgelöst (siehe ZEIT Nr. 52). Bei einer von vier Studien, die den Verdacht erhärten, wurden Mängel festgestellt. Bis zur befriedigenden Klärung will das amerikanische Gesundheitsministerium "weiterhin Eltern und Ärzte zur Vorsicht erziehen": Vorsicht bei der Verabreichung von Acetylsalicylsäure-(Aspirin)-haltigen Medikamenten an Kinder unter Jahren mit Grippe oder Windpocken. Entsprechende Warnungen sollten im Oktober für verschreibungspflichtige und nichtverschreibungspflichtige Salicylate im amerikanischen Bundesanzeiger, im Rundfunk und in einer Informationsbroschüre für 150 000 amerikanische Apotheker und Ärzte veröffentlicht werden. Nachdem Fachgruppen wie die American Academy of Pediatrics Bedenken anmeldeten ("derzeit ... nicht im besten Interesse der Kinder"), beschloß der US-Gesundheitsminister das übliche: mehr Studien.