Helmut Erwe/Klaus-Peter Uhlenberg/Georg Victor: „Rechtshilfe für Bürgerinitiativen“. Gelegentlich – zugegeben: sehr selten – stolpert man über ein Buch, das nach dem Willen der Autoren nur für einen bestimmten Leserkreis gedacht ist, dem der Rezensent aber ehrlichen Herzens eine weite(re) Verbreitung wünscht. Dies gilt für dieses Sachbuch mit dem trockenem Titel. Er stapelt sozusagen tief: Es handelt sich um ein flott und verständlich geschriebenes, streng und zugleich praktisch gegliedertes und durch Beispiele vorteilhaft ergänztes – ja, Handbuch ist schon der richtige Ausdruck. Aber zugleich ist es mehr: eine Art Streifzug durch das Versammlung-, Privat- und Strafrecht, zwar in erster Linie für Bürgerinitiativen gedacht, aber auch sehr hilfreich und instruktiv für alle, die einmal mit Polizei, Staatsanwaltschaft oder Justiz zusammenstoßen. Man muß ja nicht immer gleich als Beschuldigter/Angeklagter enden (obwohl auch das manchmal schneller geht, als man glaubt), man kann als harmloser Zuschauer von der Polizei aufgefordert werden weiterzugehen (darf die Polizei das?), oder sich plötzlich als Zeuge wiederfinden (muß man aussagen?). Nach der Lektüre wird der Leser sicher keinem Rechtsanwalt Konkurrenz machen, aber einen Einblick in ein System genommen haben, das den meisten Bürgern – obwohl für sie geschaffen – unverständlich bis bedrohlich erscheint. Ängste abbauen und Verständnis fördern: das leistet nicht jedes Buch. (Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1982; 266 S., DM 9,80). -bi