Enttäuschend neau. Seit 1966 hat der einstige Drehbuchautor von Louis Malle ("Zazie") und Philippe de Broca ("Abenteuer in Rio") erst vier Filme inszeniert: eine Resistance Komödie ("La Vie de Chäteau"), eine Revolutions Komödie ("Musketier mit Hieb und Stich", am Silvester Abend in der ARD zu sehen), eine Aussteiger Komödie ("Die schönen Wilden") und jetzt leider ein arg betuliches Familien Lustspiel von der Art, wie sie vor zwanzig Jahren auch unser Kurt Hoffmann beherrschte. Yves Montand (der noch nie so hemmungslos chargierte wie hier) spielt einen internationalen Edel Gauner von überwältigendem Charme, der widerwillig in den Schoß semer FamilienBande zurückfindet. Im geschmackvollen VierMädel Haus gibt Isabelle Adjani als zickige Euro Bürokratin den Ton an. Aber selbst sie erliegt dem augenrollenden Liebreiz des von allerlei Mafiosi bedrängten Vaters. Auch eine komische Oma, eine schöne Amerikanerin (immerhin Lauren Hutton), ein langmütiger Verehrer, Chinesen, Minister und romantische Berg Landschaften kommen vor aufgeregtes Zutaten Kino, das man von einem so intelligenten Cineasten wie Rappeneau wahrlich nicht erwartet hätte. Ein gewisses Interesse beansprucht allenfalls das Verhältnis zwischen Montand und Adjani, das sich gelegentlich inzestuös zuzuspitzen droht.

Zäh Patzak zwingt die Freunde der österreichischen Kottan Serie, die gerade noch die deutsche Fernsehnation durch Nachrichten von Ufo Landungen bei Duisburg in Aufregung stürzte, sich wieder einmal umzustellen. Der vorletzte Fernseh Kottan (Franz Buchrieser) spielt einen resignierenden Kommissar, der derzeit amtierende Kottan (Lukas Resetarits) verwirrt als blondierter Betrüger Polizei und Bauspekulanten gleichermaßen mit seinem privaten Rachefeldzug, und Bibiana Zeller, als Ehefrau mehrerer Kottan Generationen von Anfang an mürrische Skepsis verbreitend, darf eine von den Tüchtigen sein, denen die Welt und das Geld gehören. Das 1981 als österreichisch amerikanische Koproduktion entstandene kriminalistische Versteckspiel enthält sich der wüsten Slapstick Einlagen und der hämischen Übertreibungen behördlichen Unvermögens, durch die sich die Krimi Serien Parodie von der verbissenen Seriosität ähnlicher Unternehmungen hierzulande wohltuend unterscheidet. Ein als Teil der westlichen Einheitsvorstadtkultur internationalisiertes Wien hat nicht nur einen internationalen Bauskandal, auch ein amerikanischer Freund, ein Profi Killer, reist an. Doch bald verliert sich die sozialkritische Bitterkeit des Politthrillers mit durchaus realistischem Hintergrund in genüßlich ausgebreiteten Details, und zähe Gemächlichkeit macht sich breit, die auch der stets präsente Wiener Schmäh nicht verscheuchen kann. Lina Schneider Empfehlenswerte Filme "Der Depp" von Herbert Achternbusch.

"Eine Sommernachts Sexkomödie von Woody Allen "Die Fantome des Hutmachers" von Claude Chabrol "Normalsatz" von Heinz Emigholz "Yol" von Yilmaz Güney und Serif Gören "Von Mao zu Mozart" von Murray Lerner "Accattone" von Pier Paolo Pasolini. "Tote tragen keine Karos" von Carl Reiner. "Der Westen leuchtet!" von Nikiaus Schilling. "Der Blade Runner" von Ridley Scott "E. T. - Der Außerirdische" von Steven Spielberg. "Der Saustall" von Bertrand Tavernier "Der Stand der Dinge" von Wim Wenders.