Frivolität and Tod, der Rausch des Traumes und die Hölle des Absturzes, Disziplin und Widerspruch, Darauf im Maxim’s und Sekt zur Parteitags rede waren die Pole, zwischen denen der jetzt mit SS Jahren in Paris verstorbene Poet und Romancier Louis Aragon sein Werk entwickelte. Sene letzte Fernsehaufnahme mochte der Häßlichkeitsscheue, von Krankheit Gezeichnete nur mehr mit einer Maske bestreiten (unser Bild), seine ersten surrealistischen Romane feierten die Schönheit von Paris, und sein lyrisches Œuvre war, ein Leben hindurch, Hommage für seine Frau, die Schriftstellerin Elsa Triolet, Schwägerin Wladimir Majakowskis, Er war ein Großbürger, dessen Stadtpalais Schätze seiner Freunde Picasso und Matisse, Braque und Miró barg – aber er hatte dem Bürgertum den Krieg angesagt: Seit 1927 war Aragon Kommunist, später die populärste Stimme der Résistance; nicht nur seine Chansons waren Teil der Nationalliteratur. Als Charles de Gaulle aus dem algerischen Exil seine Landsleute zum Widerstand aufrief, tat er das – indem er ein Gedicht von Louis Aragon im Radio vorlas. Jahrzehnte später, inzwischen vielfach preisgekrönter und international berühmter Autor eines epischen Riesenwerkes, war es das Mitglied des Zentralkomitees der KPF Louis Aragon, das den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in Prag ein "Biafra des Geistes" nannte. Louis Aragon der Célines ersten Roman mit einem Vorwort in der Sowjetunion vorstellte, dem die eigene Partei die von ihm herausgegebene Kulturzeitschrift Les Lettres Françaises kappte und der mit seinem späteren Roman "Leere Spiegel" sich einer kühnen Selbstauseinandersetzung preisgab, war einer der bedutendsten Geister des modernen Frankreich. F. J. R.