Ruhegenüsse 1063 Witwenversorgungsgenüsse 486 Waisenveisorgungsgenüsse 46 Außerordentliche Versorgungsgenüsse 17 Die Pensionisten der Bundestheater (Stand 1. September 1982) - Statistik aus dem soeben erschienenen "Bericht 198182" des Österreichischen Bundestheaterverbandes (Siehe auch DIE ZEIT, Nr. 41982 - danach ist gegenüber dem Berichtsjahr 198081 die Gesamtzahl der Ruhegenüsse und Versorgungsgenüsse von 1537 auf 1612 angestiegen. Wir berichten weiter ) "Das Meer mit Trümmern und mit Leichen übersät! l Auf Delos, Mykonos, auf Skyros, Letnnos, l auf Kephareus Kuppe l spei ich eure Leiber aus l Aufgedunsen halb verwest, entstellt: l So sehn, wenn Krieg ist, Sieger aus! l Ihr Narren! Menschen, die ihr glaubt, l man könnte Städte niederbrennen l unaaus Gräbern Wüsten machen, l ohne selbst zugrund zu gehn l Leb wohl, Stadt, du bist tot, l und doch beneidenswert für jene, l die am Leben sind Mit diesen Versen, gesprochen vom Meeresgott Poseidon, endet das Theaterstück Der Untergang", das Walter Jens "nach den Troerinnen des Euripides" gesehrieben hat. Jens, Professor in Tübingen und ständiger Mitarbeiter des Z£7~ Feuilletons, hat das Drama der Schauspielerin Ida Ehre gewidmet - von Ida Ehres Hamburger Kammerspielen wird es nun auch uraufgeführt, Premiere ist am 6. Januar im Auditorium maximum der Hamburger Universität. Der Kindler Verlag, in dem das Stück als Paperback erschienen ist, charakterisiert Jens" Arbeit so: "Anders als Franz Werfel oder Jean Paul Sartre, die Bearbeiter der euripidischen, Troerinnen, hat Walter Jens dieses gewaltigste Anti Kriegs Drama der Weltliteratur - aufgeführt 415 vor Christus, ab Warnung in letzter Stunde geschrieben - nicht , nachgedichtet oder der Gegenwart, anempfunden. Er hat es vielmehr bis zur letzten und schlimmsten Konsequenz durchdacht: dem totalen Untergang. Das heißt, anders als bei Euripides gibt es kein Entkommen mehr, weder für die Sieger noch für die Besiegten. Alle gehen zugrunde " Was ist das schon, ein Haus von einem gewissen Haesler, eine weiße Kiste, reiner Funktionalismus, "Bauhausstil" von 1930 - gegenüber dem gemütsbewegenden altdeutschen Fachwerk, dem in Gelle die ganze Liebe der Stadt und der heilige Respekt den Denkmalpfleger gehört? So wird zwar um jeden Cfiebel gefochten; dem Haus jedoch, das Otto Haesler, einer der bedeutenden Baumeister der Moderne, einst für den Direktor des Gymnasiums entworfen hat, droht die Zerstörung: Die Stadt will an seiner Stelle ein Parkhaus errichten. Der Ratsäusschuß für Straßenbau und Verkehr habe, wie zu lesen war, bereits "grünes Licht" gegeben, die Baubeamten stünden in den Startlöchern, die niedersächsische Denkmalschutzbehörde habe Zwar Bedenken, aber sie stelle tuchtsdestotrotz "die Genehmigung zum Abriß in Aussicht". Das ist der eigentlich skandalöse Kern der bösen Nächrieht: als sei Haesler nicht derjenige, der wie keift anderer das moderne Celle geprägt hat, 27 Jähre läng; all sei im Direktörettßaüs nicht das Städtische Jugendzetitrum "Mägnushütte" beheimatet; als sollte nicht ein intaktes Bauwerk von historischer Kraft der Einfallslosigkeit von Baübeatmen und politikem geopfert werden, so, als gäbe es nicht andere Standorte für ein Parkhaus. Schwerlich zu denken, daß die Stadt ihren Plan Weiterverfolgt. Nicht vorzustellen, daß die Denkmalschützer dieses Gebäude aufgeben werden. Zum neunten Mal findet in Würzburg ein Filmwochenende statt (28 bis 30. Januar 1983), das Cineasten in Scharen anlocken müßte, denn es bietet nicht nur eine Vielzahl interessanter und wichtiger Filme, sondern auch den unmittelbaren Kontakt zu international bekannten Filmemachern. Seit 1974 sind Regisseure wie Rene Allio, Maurice Pialat, Krzysstof Zanussi, Wim Wenders und Werner Herzog nach Würzburg gekommen. Auch in diesem Jahr kann der Veranstalter, eine Filminitiative, die als Verein arbeitet und nur durch spärliche öffentliche Mittel gefördert wird, mit großen Namen aufwarten. Die Brüder Taviani aus Italien stellen ihren neuesten Film "Die Nacht von San Lorenzo" vor, Eric Rohmer wird mit dem Publikum über seine Filme "Die Frau des Fliegers", "Le Beau Mariage" und "Percevai le Galfois" diskutieren, Jean Pierre Mocky, der sich bisher auf kein Genre hat festlegen lassen, zeigt drei seiner zwischen 1980 und 1982 gedrehten Filme ("Die Idiotenfalle", "Litän", "Ist ein Franzose im Raum?"). Bernardo Bertolucci, der voraussichtlich auch nach Würzburg kommen wird, ist eine kleine Retrospektive gewidmet. Fünf seiner Filme werden zu sehen sein, darunter "Die Strategie der Spinne" und "1900". Neben einigen deutschen Filmen, die alle 1982 entstanden sind, bietet das Beiprogramm Stummfilme von G. W. Pabst, Kurzfilme von Peter Weiss, Hans Jürgen Syberbergs "Parsifal" Verfilmung und als deutsche Erstaufführung die in Cannes viel beachtete Filmsatire des Engländers Lindsay Andersen "Britannica Hospitar. Nähere Informationen bei der Filminitiative Würzburg e. V, Am Berghof 2, 8701 Sommerhauses, Tel. 0 93 3312 47.

Nun heißt die Unternehmung "Alternative Planung" und hat mit der vorangegangenen beinahe nichts mehr zu tun: mit dem ehrgeizigen, zuerst an einer halbherzigen Jury, dann an der Bundesbaubehörde, schließlich am Geld gescheiterten Projekt, dem Parlament in Bonn eine ebenso großzügige wie einprägsame neue Heimstatt zu bauen. Nun sind einige formidable Architekturbüros (Behnisch, von Bränca, Böhm, Busmann und Haberer sowie Novotny und Männer) zu einem kleinen Wettbewerb geladen, dessen Thema ein Neubau am "Langen Eugen", dem Abgeordnetenhochhaus am Rhein, ist, mit Räumen für Fraktionen und Abgeordnete, für den Wissenschaftlichen Dienst, die Bibliothek, maximal vier Etagen hoch. In der Jury findet man lauter alte Gesichter, so daß ausschweifende Urteile nicht zu erwarten sind. Der Architekt Behnisch und seine Partner dürfen jetzt den Eingang des alten entwerfen: mit einer neuen Vorhalle und anderen Räumen. Ziel dieses Vorhabens sei es, "den Plenarsaal besser ins Bild der Öffentlichkeit zu rücken". Der Plenarsaal selber soll ein neues Gestühl bekommen, welches einmal - Traum vor allem der leidenschaftlichen Demokraten - so angeordnet werden soll, daß es der Debatte förderlicher ist als der plakativen Rede: ein mindestens zwanzig Jahre altes Thema, dessen Vorbilder in London (Parteien vis ä vis) und Paris (im Halbrund) stehen.