Irland ist ein Reiseland für Individualisten. Und das sind nicht selten "Leser". Entsprechend groß ist das Angebot an Irland-Reisebüchern. Wer da mithalten will, muß gut sein. Drei Autoren haben sich jetzt in diesen Wettbewerb begeben, mit sehr unterschiedlichem Erfolg.

Dieter Schröder besteht die Prüfung, er hat, gemeinsam mit dem Photographengespann Löbl-Schreyer, den Großband "Traumstraßen Irlands" im Süddeutschen Verlag, München (190 Seiten, 92 große Farbphotos, Streckenskizzen, 75 Mark) zusammengestellt. Die Traumstraßen-Reihe dieses Verlags ist eine handfeste Sache, mit informativen Texten und guten Photos, deren Motive sich an den bekannten Touristenattraktionen orientieren. Besonderen Ehrgeiz, neue Facetten in dem Land zu entdecken, gibt sich dieser Band nicht. Das gilt auch für den Irland-Band. Er bietet Hausmannskost, aber vorzüglich gekocht.

Ganz dem Reihen-Charakter ist auch der "Irische Abenteuer-Almanach" von Brigitte Engel unterworfen. Die Abenteuer-Almanache des Umschau-Verlags in Frankfurt wenden sich an jugendliche Aktivurlauber und sind entsprechend aufgemacht; broschiert und locker illustriert, in einer stilistisch nicht sehr bemühten, immer etwas atemlos wirkenden Sprache. Die Leser erfahren viel über Sportmöglichkeiten und bekommen alle notwendigen Adressen und Informationen für diese Spezialinteressen; allerdings sind die Informationen in dem Buch mühsam zu finden, zumal der Verlag kein Stichwortregister spendierte. Der "Irische Abenteuer-Alamanach" hat 220 Seiten und kostet 24 Mark.

Wenn bei Brigitte Engels Buch die Zielgruppe klar zu erkennen ist, so bleibt einem das beim "Shannon-Logbuch" von Werner von Swietochowski versagt. Der Familienvater verlebt mit den Seinen seinen zweiten Irland-Urlaub, diesmal auf einem Motorboot. Da hat er einen Erlebnis aufsatz geschrieben, der sich im Familienalbum nett ausmachen würde. Was aber den österreichischen Bläschke-Verlag bestimmt hat, daraus ein Buch zu machen (Broschur, 186 Seiten, 13,80 Mark), bleibt sein Geheimnis. Das Buch ist inhaltlich ebenso geschwätzig nichtssagend, stilistisch ist es ärmlich. Und was soll man von einem Irland-Autor halten, der nicht weiß, wie man "Guinness" schreibt? K. V.

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