Die schlimmsten Anglizismen und Amerikanismen sind die, die so tun, als ob sie deutsch wären. Sie machen keinen anderen Sinn (da haben wir schon einen!), als schick zu tun oder, wie es in diesem Zusammenhang wohl heißen muß: chic. Das ist auch sonderbar, wie das gute alte deutsche „schick“ ins Französische aufgenommen wurde und dann auf einmal zurückkehrte als „chic“.

Also wenn nun jemand meint, was er meint mit „clever“, das könne auf deutsch weder mit „gescheit“ noch mit „gerissen“ wiedergegeben werden, dann hat er vielleicht sogar recht. Und „cool“ ist, zum Beispiel in Verbindung mit Musik, ja keineswegs das gleiche wie „kühl“; da schwingt doch eine Gemütsverfassung des amerikanischen Südens mit, für die uns ein Wort fehlt. Play it cool, man.

Wenn Studenten einst Sit-ins veranstalteten und Politiker Hearings noch immer veranstalten, so soll man sie lassen. Es fehlt für etwas in Deutschland zunächst Unbekanntes ein deutsches Wort.

Das kann alles stehenbleibend Kritische Besinnung ist angebracht, wo um der englisch-amerikanischen Ausdrucksweise willen die deutsche verbogen wird, „Das (er)gibt (einen) Sinn“ wird weder besser, noch bedeutet es etwas anderes, wenn man die englische Form borgt und nun behauptet „das macht Sinn“.

„Ich rufe Sie zurück“ hieß im Deutschen bis vor zehn Jahren nur: Sie gehen weg, und ich rufe Sie, damit Sie zurückkommen. Es ist nicht einzusehen, warum wir es jetzt nach englischem Vorbild (I call you back) am Telephon verwenden sollten in der Bedeutung; Ich rufe Sie gleich wieder an.

Jemanden motivieren“ ist eine ganz nützliche Tätigkeit. Aber sie hieße so natürlich nicht ohne das englische „to motivate“. Wo es nicht genügt, jemanden anzuregen, hülfe es vielleicht, jemandem ein Ziel zu setzen.

Die „vitalen Interessen“ haben die ohnehin nicht sehr fest sitzende Bedeutung des Fremdwortes „vital“ vom Lebenskrafterfüllten verschoben hin zum Lebenswichtigen. Dadurch ist ein Verständlichkeit gefährdendes Homonym entstanden, ein Wort, das zwei verschiedene Bedeutungen hat.