Viele Fluggäste kennen den dumpfen Druck im Kopf, der sich beim Start und besonders bei der Landung unangenehm bemerkbar macht. Was dagegen tun? Die Vorschläge reichen von Schlucken, Kaugummikauen bis zu Nasentropfen.

Das Problem kommt daher, daß sich das menschliche Ohr zu langsam an die sich schnell ändernden Luftdruckverhältnisse im Flugzeug anpaßt. Beim Start gleichen sich die Druckunterschiede zwischen Ohr und Umgebung noch weitgehend automatisch aus – es kommt nur zu geringen Beschwerden. Bei der Landung dagegen funktioniert die Luftzirkulation nicht so schnell – im Mittelohr bildet sich ein Luftstau, da der Luft wegen des plötzlich höheren Außendrucks der Weg nach außen versperrt ist. Das verursacht das dröhnende Gefühl, bei manchen Fluggästen sogar kurzzeitige Taubheit oder stechende Kopfschmerzen.

Schlucken ist das einfachste Hilfsmittel, nur bringt es nicht allen die erhoffte Erleichterung. Etwa jeder Siebte schluckt umsonst. Ständiges Kaugummikauen ist eine Alternative.

Wer erkältet ist oder Heuschnupfen hat, muß mit einem zweiten Problem rechnen. Da die Luft oft noch mehrere Tage im Mittelohr bleibt, drohen Infektionen. Lufthansa-Arzt Canaan empfiehlt diesen Fluggästen Nasentropfen, die helfen können, die Luftwege freizuhalten. Verschwindet das Druckgefühl bei verschnupften Passagieren nach dem Flug nicht von allein, kann man sich mit einfachen Mitteln weiterhelfen: am besten "fettige Nasensalben oder ölige Tropfen", wie Hals-, Nasen-, Ohrenspezialist Rossberg vom Hamburger Krankenhaus St. Georg vorschlägt.

Das Trommelfell wird zwar – insbesondere bei Maschinen ohne Druckkabinen – äußerst stark belastet. Trotzdem sind bleibende Schäden nur sehr selten.

Bernd Müllender