Ein neues Gesetz hat die Krise am Wohnungsmarkt verschärft

Von Hans-Hagen Bremer

Überall die gleiche Antwort. "Eine Wohnung? Tut mit leid, Monsieur, wir haben keine Angebote." Der zehnte oder zwölfte Anruf bei einer Pariser Immobilienagentur läßt endlich Hoffnung aufkommen. "Ja, wir hätten da etwas", sagt eine freundliche, tiefe Stimme, "im 16. Arrondissement, drei Zimmer, hundert Quadratmeter, 9000 Franc plus 1000 Franc Nebenkosten." Die freundliche, tiefe Stimme merkt offenbar die Enttäuschung des sprachlosen Anrufers, denn sie sagt: "Warum wollen Sie nicht eine Wohnung kaufen? Da könnten wir Ihnen eher helfen."

Noch gibt es Wohnungen in Paris, aber der Markt ist so gut wie ausgetrocknet. Das ist die Bilanz, die der französische Maklerverband FNAIM kürzlich zog. Wer, die nötigen Mittel vorausgesetzt, dazu bereit ist, zweieinhalbtausend Mark und mehr als Miete für eine frei finanzierte Wohnung auszugeben, findet in den teuren Stadtbezirken durchaus ein Drei-Zimmer-Appartement. Für die Hälfte dieses Betrages wird sich auch in bescheideneren Stadtteilen etwas finden lassen.

Bakschisch für den Makler

Doch allein um an solche Wohnungen heranzukommen, muß man erst einmal viel Geld ausgeben: Für die Übernahme der vom Vormieter hinterlassenen Einrichtung, für die Renovierung der heruntergekommenen Behausung oder schlicht und einfach als Bakschisch für den Makler, damit man vor allen anderen Interessenten die Adresse des Eigentümers erhält.