Frau Kvapilová hat nichts mehr zu sagen. Ich habe auch keine Worte des Trostes, habe sie vielleicht auch nicht gesucht. Milenas Tagebücher gingen eben ganz einfach verloren.

Als ich mich von den beiden alten Damen, die seit 1948 im Exil leben, verabschiede, wird mir bewußt, daß die Geschichte Milena zuletzt noch einen bösen Streich gespielt hat: Ihre allerletzte Spur verschwindet am Ende eines norwegischen Fjords im Nebel. Und ich denke: Wäre unsere Welt nicht ein wenig gerechter, wenn ich mich jetzt wenigstens von den alten Damen in einer kleinen Wohnung über der Moldau verabschieden könnte?