Im neuen Jahr können die deutschen Verbraucher auf stabilere Preise hoffen: Vier Bundesländer melden, daß bei ihnen im Dezember die Inflationsrate erneut gesunken ist. Das Statistische Landesamt in Baden-Württemberg verzeichnete eine Teuerung von 4,7 Prozent (November 4,8 Prozent), Bayern meldet 4,6, Nordrhein-Westfalen 4,5 und Hessen 4,4 Prozent. Übers ganze Jahr gesehen hat sich die Lebenshaltung in der Bundesrepublik insgesamt um 5,3 Prozent verteuert. 1981 stieg der Preisindex noch um 5,9 Punkte.

Auch im Jahr 1982 hat sich die vom Deutschen Industrie- und Handelstag eingerichtete Abfallbörse wieder bewährt. Die Nachfrage nach Abfällen aus der Industrieproduktion stieg gegenüber 1981 um zwölf Prozent. Insgesamt meldeten über fünftausend in- und ausländische Kunden ihr Interesse am deutschen Industriemüll an. Besonders gut lief der Handel mit Rückständen aus der Kunststoff-, Chemie- und Metallindustrie.

Die Agrarexporte der Europäischen Gemeinschaft kosten den deutschen Steuerzahler immer mehr. Über fünf Milliarden Mark – so eine Berechnung der Arbeitsgemeinschaft der Verbraucher (AGV) – wird die Bundesrepublik in diesem Jahr aufbringen müssen, um den Verkauf der EG-Überschüsse an Butter, Milchpulver, Käse, Rind- und Schweinefleisch mitzufinanzieren. Allein bei der Butter und beim Milchpulver wird der Überschuß, der auf dem Weltmarkt unterzubringen ist, jeweils 500 000 Tonnen betragen.

Noch fehlen die Dezember-Zahlen, aber wahrscheinlich war 1982 ein Rekordjahr im Handel zwischen den beiden deutschen Staaten. Bis Ende November hatte die DDR Waren im Wert von 5,6 Milliarden Mark – vierzehn Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 1981 – aus der Bundesrepublik importiert; die Exporte in den Westen stiegen um zehn Prozent auf gut sechs Milliarden Mark. Besonders viel gehandelt wurden Nahrungs- und Genußmittel, Verbrauchsgüter sowie forstwirtschaftliche Erzeugnisse.

Nie zuvor seit Bestehen der Bundesrepublik mußten so viel Unternehmer und Privatleute den Gang zum Konkursrichter antreten wie im vergangenen Jahr. Das Statistische Bundesamt zählte insgesamt 15 000 Insolvenzen. Krisenbranchen waren vor allem der Bau und der Einzelhandel. Hier lag die Zahl der Zusammenbrüche um fünfzig Prozent höher als 1981. Auch Unternehmen, die noch jünger als acht Jahre sind, scheinen besonders gefährdet: ihr Anteil an den Zusammenbrüchen war viermal so hoch wie bei den übrigen Unternehmen.

Ho