Spaziergänge mit Prominenten

Von Ben Witter

Park Rosenhöhe in Darmstadt. Er könnte auch zur Einstimmung auf einen dahinter zu erwartenden Friedhof dienen, der nur unauffällig an Grenzen stößt, wenn am Rande nicht Einzelhäuser wie aufgeschlitzte Betonklötze wachtpostengleich glotzten; Unterkünfte für Atelierwohnungen.

Vom überladenen Glastisch aus suchten Gabriele Wohmanns Blicke die Erbstücke ab und was sonst an Bildern, Büchern, Möbeln und Spielzeug noch hinzugekleckert ist. Der Konzertflügel reizte zum Draufklettern und Runterhüpfen, sich dann vielleicht auf den Perserbrücken zu wälzen und zu wundern. Bühnenbild für ein anspruchsvolles Boulevardstück über Künstlerleben?

Reiner Wohmann hingen die Haare strähnig im Nacken, ohne ganz daran zu kommen: „Er hat sie gewaschen“, sagte Gabriele Wohmann, „und extra seinen neuen Pullover angezogen.“ Er blieb in der Nähe und brachte immer etwas rein oder raus. Er verwahrt die Verträge, Urkunden und Auszeichnungen.

Sie holte ihren Pelzmantel, der auf der Schulter eine Stelle hatte, und zeigte mir noch ihre Puppenküche. Die stand gegenüber der großen Küche. Aber der Herd fehlte. „Mal kocht mein Mann und mal koche ich“, sagte sie, „niemand weiß das vorher so genau.“