Auf Aktivurlaub für junge Leute ist das Deutsche Jugendherbergswerk spezialisiert. Mit seinem Pauschalprogramm und mit renovierten Häusern bemüht sich die Organisation um neue Gäste und ein neues Erscheinungsbild.

Ferien unter Herbergsdächern: Wer da an Riesenschlafsäle denkt und eine Atmosphäre des Ewiggestrigen vermutet, ist auf dem Holzweg. Das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH), das knapp eine Million Mitglieder zählt, hat in den letzten Jahren viel getan, um seine Häuser gastlicher zu machen.

Es wurde kräftig rationalisiert. Alte, zu kleine und unrentable Herbergen hat man geschlossen, viele andere gründlich renoviert und mit zeitgemäßem Sanitärkomfort ausgestattet, einige Häuser wurden neu gebaut. Die Zahl der Jugendherbergen ging im Zuge der Jugendherbergen von 715 im Jahr 1961 auf 567 im Jahr 1981 zurück. Gleichzeitig stieg die Übernachtungszahl von 7,9 Millionen auf rund elf Millionen jährlich.

An die Türen mit dem DJH-Dreieck klopfen nicht mehr nur zünftige Wanderer und Rucksacktouristen aus dem In- und Ausland, auch reisende Familien sind gern gesehen. Schüler auf Klassenfahrt stellen das Gros der Benutzer; auf ihr Konto gehen gut 50 Prozent aller Übernachtungen. Vor etwa zehn Jahren hat außerdem eine besondere Art von Pauschalreisenden Einzug in die Schlafräume mit den Etagenbetten gehalten: Kinder und Jugendliche, die beim DJH einen Wochenend- oder Ferienaufenthalt gebucht haben.

Die Ferienreisen auf Jugendherbergsausweis sind meist mit sportlichen Aktivitäten und Hobby-Kursen verknüpft, die Pauschalangebote bieten zweierlei Vorteile: das Zusammensein mit Gleichaltrigen und einen günstigen Preis, denn als gemeinnütziger Verein ist das DJH nicht auf Gewinne aus. Doch auch hier spielen betriebswirtschaftliche Erwägungen eine Rolle. So erfüllt das Sport- und Hobbyprogramm nicht zuletzt den Zweck, mehr Gäste zu gewinnen und dadurch eine noch bessere Auslastung der vorhandenen Bettenkapazität zu erreichen. Daß die geldbeutelschonenden Angebote bei den Teens und Twens recht beliebt sind, belegen die Buchungszahlen: 1982 wurden allein im Inland knapp 6000 Teilnehmer gezählt.

Wer in diesem Jahr ein paar erlebnisreiche Tage in einer Jugendherberge verbringen möchte, hat die Wahl unter mehr als 250 Vorschlägen, darunter Wander- und Fahrradtouren, Reit- und Tenniskurse, Kajakfahrten, Segel-, Windsurf- und Segelfluglehrgänge und eine Vielzahl von Hobbywochen. Im „Öko-Trend“ liegen Natur- und Umweltschutzferien unter dem Motto „Jugendeinsatz für die bedrohte Natur“. Bei allen Aufenthalten ist für Betreuung gesorgt. Aber auch die Teilnehmer selbst sind gefordert: Bei einem Herbergsurlaub sind „Bettenbauen“ und Küchendienst eine Grundlage für die günstigen Preise.

Über das DJH-Programm informiert Heft 6/1982 der Zeitschrift Jugendherberge, das gegen Rückporto beim DJH-Hauptverband, Bülowstraße 26, 4930 Detmold, angefordert werden kann. Teilnahmebedingung ist die Mitgliedschaft beim Deutschen Jugendherbergswerk.

Silvia Lehner