DIE ZEIT

Rüpeln und Rempeln

Nun rüpeln und rempeln sie wieder, unsere Politiker. Kaum waren die Appelle des Bundespräsidenten und des Bundestagspräsidenten verhallt, den Wahlkampf sachlich und fair zu führen, ohne Polemik und ohne Verunglimpfung des politischen Gegners, da landete der CDU-Generalsekretär seinen ersten Tiefschlag.

Propaganda, die zum Handeln zwingt

An der Spitze des sowjetischen Imperiums hat sicher noch nie ein Mann gestanden, der über das, was in der Welt und auch im eigenen Lande vorgeht und gedacht wird, so verhältnismäßig ungefiltert informiert war wie Andropow – denn er war der bisherige KGB-Chef.

Übereifer

Der berechtigte Vorwurf des Deutschen Anwaltvereins, in der Bundesrepublik werde zu viel und zu schnell verhaftet, hat wenig öffentliche Beachtung gefunden.

Zu dynamisch

Mit dem Vergleichsantrag, den der Stahlindustrielle Willy Korf gestellt hat, neigt sich nach Neckermann, Hähnchen-Jahn und anderen Wunderknaben eine weitere schillernde Nachkriegskarriere ihrem Ende zu.

Bonn ohne Wehner

Mit seinen Widersprüchen hat Wehner ein Stück Nachkriegsrepublik verkörpert. Für ihn ging es von Anfang an darum, Politik für Deutschland zu machen, was beide deutschen Staaten einschließt.

Worte der Woche

"Wer die Wahrheit nicht weiß, ist nur ein Dummkopf. Wer die Wahrheit weiß und Lüge nennt, ist ein Verbrecher. Die anständigen Deutschen müssen sich von dieser Politik distanzieren am 6.

Zeitspiegel

Zwei britische Luftwaffenoffiziere mußten diese Woche vors Kriegsgericht, in der Bundesrepublik, in Wildenrath in der Nähe von Aachen.

Schrille Töne

Bei der letzten Bundestagswahl und auch schon 1976 hatte die Union der SPD einen Wahlkampf geliefert, daß den Sozialdemokraten Hören und Sehen verging.

Frohgemut auf Sieg gesetzt

Eines kann CSU-Politikern nicht nachgesagt werden: daß sie Dilettanten sind, wenn es darum geht, parlamentarische Mehrheiten zu beschaffen.

Washington: Es gibt Bewegung

Die Schalmeientöne der amerikanischen Administration kamen Hans-Jochen Vogel zu Gehör, als er Washington längst verlassen hatte und sich bereits zur Reise nach Moskau anschickte, Hätte Präsident Reagan einen Tag früher die verständnisvollen Worte für die sowjetischen Abrüstungsvorschläge gefunden, hätte er am vergangenen Freitag statt am Samstag seine Absicht bekundet, Vizepräsident Bush auf eine Reise des guten Willens nach Europa zu schicken, dann wäre der sozialdemokratische Kanzlerkandidat womöglich mit einem ganz anderen Eindruck von der US-Regierung heimgekehrt.

Moskau: Anlaß zur Zuversicht

Das Rotlicht, mit dem die Kolonne durch Moskaus rush-hour jagt, sticht in die Augen. In rasendem Tempo geht es über die Kreuzungen der Metropole.

DDR-Sorgen: Wünsche zum neuen Jahr

Bei letzter Durchsicht der Neujahrskarten (auf dem Weg in den Papierkorb) fällt auf: Anders als die Westdeutschen wünschen die Freunde aus der DDR außer dem üblichen glücklichen und gesunden auch ein friedliches Jahr 1983.

Rüstungskontrolle in Washington: Viele Köche und ein Brei

Auch der Regierung Reagan dämmert allmählich, daß die Genfer Abrüstungsverhandlungen zu einer Propagandaschlacht um Herz und Sinne der Europäer zu werden versprechen und Amerika von dem stürmischen Tempo des neuen sowjetischen Parteichefs leicht in die Defensive gedrückt werden könnte.

BONNER BÜHNE: Wende – diesmal literarisch

Wer die Wahrheit nicht weiß, ist bloß ein Dummkopf; aber wer die Wahrheit weiß und sie eine Lüge nennt, ist ein Verbrecher." Mit diesem Zitat Bert Brechts hat Heiner Geißler den Wahlkampf der CDU gegen die SPD eröffnet.

Eine Affäre mit Nachspiel

Sie kamen mit Verspätung. Am vorigen Dienstag ließ die Bundesanwaltschaft die Redaktionsräume des linken Hamburger Magazins konkret und die Wohnungen von Chefredakteur Manfred Bissinger und seinem Mitarbeiter Jürgen Saupe durchsuchen.

Der unmenschliche "Gottesstaat"

Der jüngste Iran-Augenzeugenbericht von amnesty international bringt es erneut an den Tag: Im "Gottesstaat" Chomeinis regiert Unmenschlichkeit.

DDR: Attentat oder Verkehrsgefährdung?

Ungläubig vernahm man in der DDR, was westliche Rundfunksender am Dienstagmorgen nach Information durch den stern meldeten: Es habe den Versuch eines Attentats auf Staatschef Erich Honecker gegeben.

Golf-Krieg: Kein Sieger, kein Frieden

Die Kämpfe zwischen den Truppen Bagdads und Teherans hatten 27 Monate lang die nördliche Hälfte der 800 Kilometer langen Grenze zwischen den beiden Staaten unberührt gelassen.

Der Zug nach Potsdam: Fortschritt

Der Fortschritt hat viele Gesichter, nicht immer ein freundliches, manchmal gerät es zur Fratze. Aber das ist eine recht junge Erkenntnis.

Theater um Kleist: Kohlhäschen

Die Klage wird abgewiesen" steht im Vorgang II C 191/82 des Amtsgerichts Bonn. Richter Blüm hat im Namen des Volkes entschieden, daß die Beklagte (Stadt Bonn) an den Kläger (Kurt W.

Wie gehabt

In der Bürgerschaft ist nach fünf Monaten quirligen Treibens wieder Ruhe eingekehrt. Es herrschen nach der Wahl vom 4. Advent die herkömmlichen Hamburger Verhältnisse.

Starkbiersatire: Dableckt wird nicht

Wer "dableckt" wird, wird damit zum Gegenstand allgemeinen Gelächters gemacht. Dableckt wird in der Primitivform zum Beispiel durch übersteigertes Nachahmen bestimmter Eigenarten der zu dableckenden Person.

Hinweis

"Meyers Taschenlexikon Geschichte", herausgegeben/und bearbeitet von der Fachredaktion des Bibliographischen Instituts. "Große Eroberer werden immer angestaunt werden, und die Universalhistorie wird ihre Perioden nach ihnen zuschneiden.

Die Schwierigkeit, Luther zu feiern

Den Stempel Luther-Jahr hat dieses Jahr schon weg, bevor es richtig begonnen hat. Und in der Tat wird es im Zeichen der Veranstaltungen und Feierlichkeiten stehen, mit denen die fünfhundertste Wiederkehr seines Geburtstages in diesem Jahr begangen wird.

Alles unter Kontrolle

Sollte der Bauskandal vertuscht werden? – Industrie und Justiz scheuen die Öffentlichkeit

Burda/Springer: Nachdenklich

Die Signale wurden verstanden: Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, so mußten letzte Woche die fusionswilligen Verlagskonzerne Springer und Burda zur Kenntnis nehmen, mochte der geplanten Beteiligung des Offenburger Burda-Verlags am Berliner Konkurrenten Springer seinen Segen nicht geben.

Wall Street: Vertrauen ohne Grenzen

In den USA hat die Arbeitslosigkeit den höchsten Stand seit 42 Jahren erreicht. In einigen Städten sind Notküchen eingerichtet worden, um den Hungernden über den Winter zu helfen.

Banken: Münemanns Rache

Der Münchner Finanzmakler Rudolf Münemann, der in diesen Tagen 75 Jahre alt geworden wäre, hat zu Lebzeiten mit den Banken in Fehde gelegen.

Kommunalpolitiker: Unfreundlich

Arme Fahrgäste: Alle Jahre wieder müssen sie für die Bus- und U-Bahn-Fahrten nochmals einen Zehner mehr in den Automaten stecken, damit er eine Fahrkarte ausspuckt.

Neue Schwabenstreiche: Vorbildlich

Der Schwabe Lothar Späth geht seinen Landsleuten weiterhin wacker mit gutem Beispiel voran. Der Stuttgarter Ministerpräsident und seine Mannen wollen bei der Beschaffung von Dienstwagen künftig eine Klasse tiefer gehen.

Bonner Kulisse

Das oft heiß umstrittene Thema des deutschen Waffenexports kommt wieder hoch. Offiziell hält sich die neue Bundesregierung an die Richtlinien der alten Bundesregierung, die erst im vergangenen Jahr geändert wurden und mit so vagen Formulierungen wie "vitales Interesse der Bundesrepublik Deutschland" alles ermöglichen und alles verbieten können.

Fischerei-Streit: Kohlhaas im Kutter

Mit moralisch erhobenem Zeigefinger bangten deutsche Kommentatoren schon um den "Frieden" im Meer der Europäischen Gemeinschaft (EG).

Das harte Los des Unternehmers

Im Prinzip ist es eine Tarifverhandlung wie jede andere auch. Und doch ist diese anders. Wenn sich am 18. Januar in der Hauptverwaltung der Neuen Heimat (NH) in Hamburg Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gegenübersitzen, verhandeln Gewerkschafter mit Gewerkschaftern – in der Rolle des Arbeitgebers die einen, in der des Arbeitnehmers die anderen.

Kursbarometer: Entschädigt für magere Jahre

Das Investment-Jahr 1982 kann sich sehen lassen. Unter Berücksichtigung der zwischenzeitlichen Ausschüttungen verzeichnen die meisten Fonds bei ihren Rücknahmepreisen zweistellige Steigerungsraten.

Keine Panikstimmung

Laumann: Sie haben recht, so schlimm wie diesmal war es noch nie. Das hat uns voll getroffen. Während sich im letzten Jahr das Minus bis einschließlich November mit nominal drei Prozent und preisbereinigt etwa fünf Prozent noch in Grenzen hielt, hat der Dezember dem deutschen Sportartikelfachhandel mit seinen über dreitausend Firmen und einem Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Mark einen Rückgang um rund fünfzehn Prozent gebracht.

Cognac: Schwindel mit dem Etikett

In der Weltwirtschaft gehören sie fast schon zum guten Ton, die Affären um Panschereien. Nun aber sorgen auch die Weinbrenner für Schlagzeilen.

ZEITRAFFER

Wer die Konjunkturmeldungen im letzten Jahr aufmerksam verfolgt hat, den wird die neueste Zahl des Statistischen Bundesamtes nicht überraschen: Das Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik – die Gesamtheit aller wirtschaftlichen Leistung – lag im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent niedriger als 1981.

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