ZEIT: Nach drei schlechten Wintern und einem für Ihre Branche idealen Wetter vor einem Jahr fällt der Winter nun anscheinend wieder aus. Wie verkraften das Industrie und Handel?

Laumann: Sie haben recht, so schlimm wie diesmal war es noch nie. Das hat uns voll getroffen. Während sich im letzten Jahr das Minus bis einschließlich November mit nominal drei Prozent und preisbereinigt etwa fünf Prozent noch in Grenzen hielt, hat der Dezember dem deutschen Sportartikelfachhandel mit seinen über dreitausend Firmen und einem Jahresumsatz von 4,4 Milliarden Mark einen Rückgang um rund fünfzehn Prozent gebracht. Wenn man von der Saison von Oktober bis Februar ausgeht, so macht zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Ausfall gegenüber dem letzten Jahr bundesweit im Durchschnitt zehn bis fünfzehn Prozent aus. Aber alle hoffen, daß der Schnee doch noch kommt und wir einiges aufholen können.

ZEIT: Aber nicht nur der fehlende Schnee macht Ihren Firmen zu schaffen, ist es nicht auch die flaue Konjunktur?

Laumann: Natürlich kommt das hinzu. Die Leute müssen sparen, was sich beispielsweise auch bei den niedrigeren Teilnehmerzahlen der Skikurse zeigt. Der Markt ist allgemein geschrumpft, damit müssen wir uns abfinden. Eine gewisse Sättigung vor allem bei Langlaufskiern, die uns vor einigen Jahren ein gutes zusätzliches Geschäft gebracht haben, ist unverkennbar.

ZEIT: Ist da ein neuer Preiskampf wie zuletzt im vergangenen Jahr nicht fast unausweichlich – oder glauben Sie, daß Ihre Firmen diesmal mehr Disziplin halten?

Laumann: Man kann nicht ausschließen, daß es vereinzelt zu neuen Unterbietungen kommt, aber die Preise haben sich inzwischen weitgehend auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Nach dem "totalen Preiskampf" vom vergangenen Jahr mit Abschlägen bis zu dreißig Prozent liegen die Preise trotz Erhöhungen durch die Industrie im Handel im Schnitt noch um fünfzehn bis zwanzig Prozent unter dem Level etwa des Winters 1980/81 und sind bei weitem nicht kostendeckend.

ZEIT: Aber geht vielen Firmen da nicht finanziell die Puste aus?