"Aus der Geschichte lernt man nichts" – dieser Satz gilt nicht für Präsident Helmut Geiger und seinen Deutschen Sparkassen- und Giroverband. Als im Februar 1981 die Zinsen zu steigen begannen, zogen viele Sparkassenkunden ihre Spareinlagen bis auf einen Rest ab, den sie für Notfälle auf dem Konto behielten. Zinsbewußt, wie sie allmählich geworden sind, haben sie ihre Gelder in höherverzinsliche Anlagen, in Termingelder und vor allem in Wertpapiere gesteckt. Die Sparkassen spürten diesen Aderlaß.

Um das in Zukunft zu verhindern, wenn die Zinsen wieder einmal steigen, hat sich der Spitzenverband etwas Neues einfallen lassen. Ein Teil der Spareinlagen soll als Notgroschen auf dem Sparkonto mit gesetzlicher Kündigungsfrist bleiben und nur den Spareckzins (gegenwärtig vier Prozent) verdienen. Darüber hinausgehende Spareinlagen sollen längerfristig gebunden werden. Der Anreiz dazu soll ein Zins sein, der nur wenig unter der Umlaufrendite festverzinslicher Wertpapiere (Nominalzins mal hundert dividiert durch den Kurswert) liegt. Für Spareinlagen mit vierjähriger Laufzeit läge der neue attraktive Zins jetzt bei 6,5 Prozent, einen Prozentpunkt unter der Umlaufrendite, die gegenwärtig 7,5 Prozent beträgt. Der Hintergedanke: Der Zins soll höher sein als der für Termineinlagen, aber niedriger als die Rendite festverzinslicher Wertpapiere.

Der Westfälische Landesverband hat sich bereit erklärt, das neue Angebot in den Sparkassen des Kreises Siegen etwa ein halbes Jahr lang testen zu lassen. Wenn es vom Publikum angenommen wird, will es Geiger allen Sparkassen empfehlen.

Den Einwand, daß damit die Geldbeschaffungskosten der Sparkassen steigen, kontert der Verband mit der Bemerkung: Das werde sich erst noch zeigen; Sparkassen, die sich in der Vergangenheit einer größeren Kreditnachfrage gegenübersahen, seien auch nicht zu beneiden gewesen, wenn sie sich das Geld teuer auf dem Geldmarkt besorgen mußten. Das muß wohl in der letzten Hochzinsphase vorgekommen sein.

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Poesiealben, Waschlappen, Socken, Spielkarten, Schlafanzüge – alles darf der außerirdische Kinoliebling E.T. demnächst zieren. Das Monster aus dem All – eine Mischung aus Zwerglein und Wurm – wandert nach vier Wochen in bundesdeutschen Kinos auch in den Einzelhandel. Bei Norbert Preisendörfer – er hat von seiner Frau die Lizenzagentur Becker in Wiesbaden übernommen – kommen täglich Hunderte von Anrufen an – alles wegen E.T. Die Agentur, die auch die Produkt-Lizenzen für Kojak und den Weißen Hai verteilte, ist dabei aber wählerisch: Die E.T.-Henkeltasse – special effect: beleuchtete Augen und Finger – wurde genehmigt, E.T. auf der Unterhose befand man als "nicht geschmackvoll" genug.

Die amerikanische Filmgesellschaft Universal Pictures, die mit E.T. in Deutschland schon rund dreißig Millionen Mark in etwas mehr als vier Wochen eingespielt hat (über drei Millionen Besucher), läßt sich mit der Monsterlizenz auch nicht lumpen. Es sei die "teuerste Lizenz" der Filmgeschichte, heißt es. Zehn bis fünfzehn Prozent des Umsatzes müssen die Lizenznehmer an die Amerikaner abgeben.