Die Signale wurden verstanden: Bundeswirtschaftsminister Otto Graf Lambsdorff, so mußten letzte Woche die fusionswilligen Verlagskonzerne Springer und Burda zur Kenntnis nehmen, mochte der geplanten Beteiligung des Offenburger Burda-Verlags am Berliner Konkurrenten Springer seinen Segen nicht geben. Selbst die jüngst vorgeschlagene Reduzierung von ursprünglich 51 auf 26 Prozent konnte den Minister nicht geneigter machen. Die Unternehmenskonzentration beginnt – nach dem Kartellgesetz – eben bei 25 Prozent. Und die hatte das Bundeskartellamt untersagt, die Monopolkommission hatte sie abgelehnt. Die Verlage zogen ihren Antrag beim Ministerium zurück. Ein glatter Sieg für die Berliner Behörde.

Die Burda-Brüder, von Pressezar Axel Cäsar Springer als seine verlegerischen Nachfolger ausersehen, müssen sich auf absehbare Zeit mit einer Finanzbeteiligung von 24,9 Prozent begnügen. Verlegerischen und unternehmerischen Einfluß dürfen sie nicht nehmen – die Kartellbeamten werden auch den Minipakt argwöhnisch im Auge behalten.

Eines freilich können auch die Wettbewerbshüter den Groß Verlegern nicht verwehren: das gemeinsame Nachdenken über eine gemeinsame Zukunft. Dieses aber wurde bislang von beiden Seiten nicht aufgegeben. gf