Schmerzmittel der Pyrazolon-Klasse sind im Sommer 1982 vom Bundesgesundheitsamt (BGA) teils verboten, teils mit beizulegenden Warnhinweisen belegt worden. Anlaß der Aktion, die unter anderem rund 1400 Kombinationspräparate betraf, sind zwar selten auftretende, aber tödliche Blutbildschäden (die ZEIT berichtete mehrfach darüber). Vom 1. Januar 1983 an dürfen 21 Kombi-Mittel, darunter Novalgin-Chinin von Hoechst, gar nicht mehr und weitere 280 Präparate nur mit beigelegten Warnhinweisen in die Apotheken gelangen. Dennoch war am 4. Januar Novalgin-Chinin in Bremer Apotheken und anderswo anstandslos zu erhalten. Und keines der betroffenen Kombi-Mittel enthielt den geforderten Warnhinweis. Die Hamburger Gesundheitsbehörden und Apotheker haben ein Stillhalteabkommen getroffen, bis sich die Industrie zur Einhaltung der BGA-Vorschriften bequemt. EMG