Noch jahrelang nach dem Kriege erregten sich in Großbritannien die Gemüter über die Vernichtung des Geleitzugs "PQ 17". Er war Anfang Juli 1942 im Eismeer von deutschen Bombern zerschlagen worden. 24 von 37 Schiffen voller Waffen und Material für die Sowjetunion wurden versenkt; 153 zivile Seeleute starben. Die britischen Kriegsschiffe, die den Konvoi schützen sollten, hatten abgedreht. Berechtigt? Irrtümlich? Aus Furcht vor den Deutschen gar? Das letzte Gefecht um den "PQ 17" (bezeichnet nach den Anfangsbuchstaben in den Vornamen des Offiziers, der diesen Geleitverkehr organisierte) wurde von 1970 bis 1973 vor Gericht, schließlich in höchster Instanz vor dem "House of Lords" ausgetragen. Und so kommt es, daß dieses Buch – wie es im Vorwort heißt – "um einige wenige Auslassungen geringfügig gekürzt" ist:

David Irving: "Schlacht im Eismeer. Der Untergang des Geleitzugs PQ 17"; Albrecht Knaus Verlag, Hamburg 1982, 429 S., 39,80 DM.

Als es zum erstenmal erschienen war, 1968 in London, zog ein Kapitän der Royal Navy vor den Kadi. Autor und Verlag mußten den damals horrenden Betrag von einer Viertelmillion Pfund Sterling zahlen, Schadenersatz für eine verletzte Ehre. Auch das Buch war nun versenkt.

Nachdem das juristische Leck gedichtet ist, liegt es erweitert mit Material aus vordem geheimen Akten des Funkentschlüsselungsdienstes, endlich wieder vor, ein Paradestück von "investigation journalism" zum Vorteil der Geschichtsforschung. Auch wer vom Krieg ansonsten nichts wissen will, wird diesen detektivischen Report, der Verhalten und Versagen im Kampf auf See beispielhaft enthüllt, gespannt lesen, ohne Zeit zu vertrödeln.