Arme Fahrgäste: Alle Jahre wieder müssen sie für die Bus- und U-Bahn-Fahrten nochmals einen Zehner mehr in den Automaten stecken, damit er eine Fahrkarte ausspuckt. Die Städte Frankfurt, Stuttgart, Nürnberg und Bremen haben die Preise für 1983 schon wieder angehoben.

Doch die altbewährte Entschuldigung, das Einkommen der Fahrgäste sei ja auch gestiegen, zieht nicht mehr. Sogar der Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV) in Köln gibt zu, daß viele Städte den "Schwellenpreis" für Fahrkarten überschritten hätten: Überall, wo eine Einzelfahrt mit Bus, U- oder S-Bahn mehr als zwei Mark koste, überlegten sich die Bürger, ob sie sich nicht lieber zu Fuß, mit dem Fahrrad oder doch mit dem eigenen Auto fortbewegen sollten. Mit aus diesem Grund sei im letzten Jahr die Zahl der Fahrgäste in den öffentlichen Verkehrsmitteln um knapp drei Prozent zurückgegangen.

Auch wenn die Kassen leer sind – sollten die Kommunen nicht die sowieso subventionierten Fahrpreise niedrig halten? Schließlich ist die Fortbewegung auf öffentlichen Rädern immer noch wichtiger als andere öffentliche Angebote wie Theater und Stadtbüchereien. Dort werden höhere Preise vom Publikum eher angenommen. iml