Der Schwabe Lothar Späth geht seinen Landsleuten weiterhin wacker mit gutem Beispiel voran. Der Stuttgarter Ministerpräsident und seine Mannen wollen bei der Beschaffung von Dienstwagen künftig eine Klasse tiefer gehen. "Signalcharakter" soll dieser Beschluß haben. Allerdings: Wenn alle Schwaben diesem Beispiel folgen, dann werden die Käufer der untersten Daimler-Klasse die Marke wechseln müssen, vielleicht sogar ein ausländisches Fabrikat kaufen. Das wäre dann ein feiner Beitrag zur Sicherung der Arbeitsplätze.

Aber bedächtig wie Lothar Späth ist, hat er das Signal nicht allzu deutlich gesetzt. Statt eines Mercedes 280 SE kutschiert er in Zukunft mit einem 280 S durchs Ländle. Der ist genauso groß und komfortabel, nur etwas schwächer motorisiert. Auch mit seinen anderen Signalen nimmt es der Landesvater nicht so genau. Kaum war der Beschluß der schwäbischen Minister verkündet worden, künftig nur noch in der Heimat Urlaub zu machen, fuhr Lothar Späth erst einmal gen Österreich, um sich dort von den Strapazen seines segensreichen Wirkens als lebendes Signal zu erholen. Aber schließlich sprechen auch die Österreicher Deutsch – und Ausland ist die Alpenrepublik erst seit 38 Jahren. mj