Wer die Konjunkturmeldungen im letzten Jahr aufmerksam verfolgt hat, den wird die neueste Zahl des Statistischen Bundesamtes nicht überraschen: Das Bruttosozialprodukt der Bundesrepublik – die Gesamtheit aller wirtschaftlichen Leistung – lag im vergangenen Jahr um 1,2 Prozent niedriger als 1981. 1980 lag das wirtschaftliche Wachstum noch bei 1,8 Prozent. 1981 sank das Bruttosozialprodukt allerdings schon um 0,2 Prozent.

Ebenfalls abgenommen hat der Lebensstandard der Bundesbürger. Zieht man nämlich von den Lohn- und Gehaltserhöhungen die Preissteigerungsrate ab, dann konnten Arbeiter und Angestellte von ihrem Einkommen im letzten Jahr nicht mehr so viel kaufen wie 1981. Der Verlust lag bei zwei Prozent, sagen die Statistiker. In Wirklichkeit traf es Haushalte mit niedrigen Einkommen aber erheblich härter, da die Preise für lebenswichtige Güter und Leistungen überdurchschnittlich stark gestiegen sind.

Von den optimistischen Wirtschaftsprognosen der Politiker hält das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nicht viel. Nach der Berechnung der DIW-Wissenschaftler wird das Bruttosozialprodukt auch 1983 weiter fallen – nämlich um 0,5 Prozent. Weiter zunehmen wird wahrscheinlich die Erwerbslosigkeit; die Arbeitslosenzahlen dürften laut DIW im Durchschnitt bei 2,3 Millionen liegen. Einziger Lichtblick in der düsteren Voraussage: Die Lebenshaltung wird im Jahresdurchschnitt nur noch um 3,5 Prozent teurer werden (1982: 5,3 Prozent).

Daß die Bekämpfung der Inflation weiterhin Erfolg hat, hoffen auch die amerikanische Regierung und die USA-Notenbank. Sie rechnen übereinstimmend mit einem Rückgang der Teuerungsrate in den USA von jetzt sechs auf durchschnittlich fünf Prozent. Beide Institutionen sind der Meinung, daß die amerikanische Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 1,4 Prozent anwachsen wird.

Wenn weltweit Jahr für Jahr soviel Energie verbraucht wird wie 1981, dann reichen die bis jetzt entdeckten Erdölvorräte nach einer Statistik der Deutschen Shell noch bis zum Jahr 2013. Bei Erdgas könnten die Reserven noch bis 2041 ausgebeutet werden, bei Kohle weit über das Jahr 2200 hinaus.

Ho