„Die Molekularbiologie der Krebsentstehung ist erntereif“, schreibt die britische Wissenschaftszeitschrift Nature in einer Vorausschau auf das neue Jahr. 1983 könnte „die Karzinogenese endlich verstanden“ werden. Schlüssel zum Verständnis des ungehemmten Zellwachstums bei vielen, möglicherweise allen Tumorarten sind die Krebs-(„Onko“)-Gene (siehe ZEIT Nr. 22 und 48/1982). Nature: „Zum erstenmal gibt es eine Chance, dem Phänomen Krebs auf den Grund zu gehen.“ Das Blatt warnt jedoch, daß ein heute lebender Mensch nicht sicher sein kann, im Notfall von einem Krebs geheilt zu werden. – Zur Jahreswende meldeten fünf amerikanische Forschergruppen, wo ein Krebs-Gen mit dem Namen c-myc im Erbgut lokalisiert ist und wie es Tumore auslösen könnte:

Bei je einem Lymph-Krebs des Menschen (Burkitt-Tumor) und der Maus (Mäuse-Plasmazytom) wechselt c-myc vom jeweils angestammten Platz am Ende eines bestimmten Chromosoms ans Ende anderer Chromosomen. Ausgelöst wird der tödliche Wechsel beim Menschen vermutlich durch Viren, bei der Maus durch eingespritztes Öl oder durch Kunststoff-Implantate. GH

Berichtigung: In dem Artikel „Noch sind die Tiere nicht verloren“ (ZEIT Nr. 3/83, S. 39) ging im fünftletzten Absatz eine Zeile verloren. Nicht „126 Tonnen Schildpatt“, sondern „rund 126 Tonnen Schildkrötenfleisch und mehrere Tonnen Schildpatt“ waren 1981 offiziell in die Bundesrepublik eingeführt worden.