Wenn das kein Krisenzeichen ist: Das Symbol des deutschen Wiederaufstiegs, der VW-Käfer, ist seit Montag billiger; 9395 Mark, fünfhundert Mark weniger als bisher, soll der Welt meistgebautes Auto nur noch kosten. Ein Indiz für eine drohende Deflation? Wohl kaum. Die Preissenkung für den Käfer zeigt nichts anderes, als daß dieses Auto, für was auch immer es im Bewußtsein der Bundesbürger stehen mag, für den Volkswagenkonzern nichts weiter ist als ein Produkt, das aus Mexiko für den deutschen Markt importiert wird.

Mexiko aber hat große Probleme mit seiner Außenhandels-Bilanz. Deshalb werden die im Lande produzierenden Firmen aufgefordert, ihre Exportanstrengungen zu vergrößern. Angesichts eines im Vergleich zur Mark schwachen Peso konnte VW diesem Druck nachgeben, ohne wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen zu müssen. Rund 15 000 der – jetzt billigeren – Käfer wollen die Wolfsburger in diesem Jahr in der Bundesrepublik absetzen; zwar doppelt soviele wie 1982, aber immer noch verschwindend wenig im Vergleich zum Gesamtmarkt, der wieder auf rund 2,2 Millionen Personenwagen geschätzt wird.

Banal also sind die Gründe, die beim VW-Konzern zur Käfer-Preissenkung führten. Den Gesamtmarkt wird sie kaum beeinflussen, da dieses Auto als Konkurrent keine Rolle mehr spielt. Als Krisenbarometer taugt der Käfer-Preis nicht mehr.