El Salvador kann weiter auf Militärhilfe aus den Vereinigten Staaten rechnen – viel wichtiger wäre indes eine neue Strategie, um den Bürgerkrieg zu beenden.

Der amerikanische Kongreß hat die Militärhilfe an El Salvador davon abhängig gemacht, daß ihm alle 180 Tage in einem Bericht eine „Verbesserung der Menschenrechte“ in dem mittelamerikanischen Staat bestätigt wird. Dies ist Ende voriger Woche geschehen – gegen den Protest von Menschenrechts-Organisationen und unabhängigen Beobachtern. Das State Department räumte jedoch den „nahezu völligen Zusammenbruch des Justizsystems“ ein, ferner „Amtsmißbrauch“ durch Offiziere und Sicherheitsdienste.

Die 26 Millionen Dollar (unabhängig davon gewährt Washington etwa 100 Millionen Dollar Wirtschaftshilfe) werden nicht viel nutzen: Die Armee ist demoralisiert und gespalten; die Guerilla hat zwei östliche Provinzen fest in der Hand und beginnt mit systematischen Angriffen, um das Land entlang einer Nord-Süd-Linie zu teilen.

Zweifel daran, daß nur die physische Vernichtung der Guerilla den Krieg beenden kann, sind im Militär weit verbreitet. Vor drei Wochen rebellierte zum erstenmal ein Provinz-Kommandeur; er hatte mit einer Doppelstrategie „Blei und Bohnen“ (Kampf gegen die Freischärler, gleichzeitig soziale Verbesserungen für die Landbevölkerung) offenbar Erfolge erzielt und die Guerilla ausgetrocknet. Er wehrte sich gegen seine Versetzung als Militärattache nach Uruguay, mußte zum Schluß zwar gehorchen, aber hat das Prestige des Verteidigungsministers Garcia so untergraben, daß mit einem Wechsel jeden Tag gerechnet wird.

Garcia, unbeweglich und erfolglos, soll durch einen Mann der extremen Rechten ersetzt werden, womit eine politische Lösung noch unwahrscheinlicher wird; zwei Gesprächsangebote der Opposition „ohne Vorbedingungen“ wurden in diesem Jahr schon abgelehnt. Auf der anderen Seite ist eine militärische Lösung ebenfalls nicht in Sicht; der rebellische Oberst bot – selbst wenn er seine Erfolge übertrieben hat – einen möglichen Ausweg an. Seine Kritik am bisherigen Konzept hat viele Offiziere überzeugt, auch solche, die Garcías Bemühen um mehr Disziplin in den Streitkräften unterstützen. – bi