DIE ZEIT

Bumerang

Alexander Schubart wirkt notorisch maßlos. Das Urteil des hessischen Staatsgerichtshofs, das Anfang 1982 ein Volksbegehren gegen den Bau der Startbahn West verwarf, denunzierte er als "Willkür" in einem "Geheimverfahren"; damit, so drohte er damals, sei die Chance zu einer "friedlichen und demokratischen Konfliktlösung aus der Hand geschlagen".

Als die Republik zertreten wurde

Revolutionen entstehen nicht von ungefähr, ihre Wurzeln sind vielfältig und reichen in tiefe Schichten. Auch jene listige Kombination von Nationalismus und Sozialismus, die vor fünfzig Jahren in Deutschland die Macht ergriff, die andere aus den Händen hatten gleiten lassen, war eine echte Revolution: Man hatte das Beben und unterirdische Grollen schon lange vor dem Tag der Machtergreifung gespürt.

Ernste Lage

Realistisch, aber nicht ohne Idealismus, mitleidend, aber Hoffnung verheißend, so möchte Präsident Reagan in der Halbzeit seiner ersten Amtsperiode gesehen werden.

Kaputtes Kartell

Wer erinnert sich nicht mehr an die ersten arroganten Fernsehauftritte der Ölpotentaten aus dem Morgenland? Es sind nicht einmal zehn Jahre vergangen, seit die Ölstaaten den Industrieländern mit einem Lieferstopp drohten und sie von dem lebensnotwendigen Rohstoff abschneiden wollten.

Neu entdeckt

Man werde über seine Amtsführung noch eraunt sein, hatte Innenminister Zimmermann (CSU) – mit Blick auf seine nicht wenigen Kritiker – verkündet.

Zeitspiegel

Ronald Reagan sorgt sich um seine Popularität – gerade auch bei den konservativen Gruppen der amerikanischen Gesellschaft, die ihn ins Weiße Haus gebracht haben.

Der harte Kern der Kontroverse

Es begann damit, daß der Stand der Beschäftigung wieder einmal mit zusätzlichen Staatsausgaben verbessert werden sollte – zum fünfzehnten Male seit der Mitte des vergangenen Jahrzehnts.

Pro: Wir brauchen das neue Mietrecht

Das Streitthema ist, so scheint es, allmählich unters Fußvolk geraten, während jene, die es begonnen haben, ein wenig ruhiger geworden sind.

Kontra: Besser ohne Reform

Das neue Mietrecht, behaupten die Unionsparteien, wird Wunder vollbringen: Es soll den Wohnungsbau ankurbeln, leerstehende Wohnungen nutzbar machen, die Konjunktur auf Trab bringen und mindestens 50 000 arbeitslose Bauarbeiter von den Straßen holen.

Nein zur Null

Wieder einmal hat Helmut Kohl dem CSU-Vorsitzenden Strauß eine Versöhnungsformel abgetrotzt. Zum Schein sind sie sich einig.

Das Leitmotiv der eigenen Interessen

Auch dieser kurze Wahlkampf bestätigt die Binsenwahrheit, die sich jedesmal nur mühsam durchsetzt: Es lohnt nicht, den von den Parteien im Eifer des Gefechts verbreiteten Wortschwall auf die Goldwaage zu legen.

Rechtsradikalismus: Die braune Bombenspur

Der Verdacht lag, wie immer, nahe: Auch die Anschläge vom vergangenen November und Dezember gegen "Einrichtungen der US-Armee" in Hessen wurden flugs dem Konto der RAF und den "Revolutionären Zellen" zugerechnet.

"Genossen, wählt die Union"

Hiermit möchte ich Euch raten, diesmal – ausnahmsweise – nicht die eigene Partei, sondern die Union zu wählen. Ich weiß, daß ein solcher Rat abartig ist, daß er nach "Verrat" klingt.

Entsorgung von Kernkraftwerken: Was ist "ungelöst"?

Begriffe, die wie eine Formel verwendet, aber nicht mehr auf ihre Bedeutung überprüft werden, verschleiern statt zu klären. In der Energiediskussion gilt dies vor allem für den Begriff "ungelöst" im Zusammenhang mit der Entsorgung von Kernkraftwerken.

Wolfgang Ebert: Sicherheits-Sonderangebot

"Bin ja auch schon in der Wohnung", sagte er und hängte seinen Hut an den Haken, "mein Name ist Peacemonger, Sie können mich Bob nennen, und ich komme zu Ihnen, um Sie im Namen des amerikanischen Präsidenten zu beruhigen.

Explosionsherd Nahost: Israel blockiert Reagans Plan

Wieder einmal drehte sich die Nahost-Diplomatie in den letzten Tagen auf Hochtouren. Leerlauf? Viel Lärm um nichts? Der ungute Eindruck, daß dieses hektische Hin und Her einem Großaufwand mit Nullertrag gleichkommt, ist kaum zu verwischen.

Neuwahlen in Portugal: Die Mehrheit hat versagt

Am vergangenen Sonntag hat der portugiesische Staatspräsident Antonio Ramalho Eanes vorgezogene Parlamentswahlen angekündigt – vorläufiges Ende einer Regierungskrise, die am 12.

Nigeria: Fremdenhaß

Der nigerianische Innenminister Ali Baba begründete den Ausweisungsbefehl mit dem schlechten Betragen der Fremden: Viele von ihnen seien an den blutigen religiös sen Tumulten des letzten Jahres beteiligt gewesen, viele seien kriminell.

El Salvador: Wie weiter?

Der amerikanische Kongreß hat die Militärhilfe an El Salvador davon abhängig gemacht, daß ihm alle 180 Tage in einem Bericht eine "Verbesserung der Menschenrechte" in dem mittelamerikanischen Staat bestätigt wird.

"Ein Schweigen, das zählt"

Massive Eisengitter im römischen Gerichtssaal hatten es nicht verhindern können: Die italienischen Rotbrigadisten, die den Christdemokraten Aldo Moro entführt und ermordet hatten, wirkten nach 99 Sitzungstagen weniger denn je wie politische Raubtiere.

Moskau: Keine Gnade für Dissidenten

In die sowjetische Innen- und Außenpolitik hat Jury Andropow neuen Schwung gebracht. Gegenüber den Dissidenten wendet der frühere KGB-Chef freilich alte Rezepte an: Er läßt sie unnachsichtig unterdrücken.

"Das ist ein Teilerfolg"

Treber: In Hessen haben die Medien durchaus ausführlich über die Gespräche berichtet. Und es hat auch ganz böse Stellungnahmen von der CDU und von ihrem neuen Landesvorsitzenden Walter Wallmann gegeben: Die SPD, so sagt Wallmann, habe sich jetzt in Abhängigkeit von den Grünen begeben, und das würde dazu führen, daß Arbeitsplätze vernichtet werden.

26 Enden: Ein Gigant

Die Strecke war nicht besonders aufregend. Ein Fuchs, fünf Enten und 43 Karnickel lagen im Fackelschein vor der Jagdhütte. Doch zwei Stunden nach dem Halali der Hamburger Senatsjagd am nordöstlichen Rand der Millionenstadt konnte Gastgeber Peter Rabels, Staatsrat an der für die Jagd zuständigen Behörde, mit einer auffälligeren Trophäe aufwarten.

"Schwindel des Monats": Robben und ihre Väter

Der Bayernkurier, sonst meist damit beschäftigt, das Abendland und die Bundesrepublik vor dem Sozialismus zu retten, hat ein neues Thema gefunden: den "Schwindel des Monats", begangen durch den "Robbenretter" Hans-Dietrich Genscher.

Konservative Aktion: Armer Bismarck

Der 18. Januar 1982. Zum einhundertzwölften Mal jährt sich der Tag der deutschen Reichsgründung. Rot glünt der Himmel über dem dunklen Sachsenwald, bengalisches Feuer und unzählige Fackeln leuchten, zu Ehren des alten Bismarck.

Brief einer alten Dame: Schnell geschaltet

Außerordentlich gute Erfahrungen mit Freunden und Helfern machte die 78jährige ZEIT-Leserin Margot Lehmann, nachdem ihr zu Beginn einer Reise nach Amerika Paß und Flugschein abhandengekommen waren.

Militärisches Geheimnis: Gigantischer Speicher

Seit Jahren verfolge ich mit zunehmendem Mißvergnügen die Praxis von Musterungs- und Truppenärzten in Süd-Baden sowie ... in anderen Bundesländern, Wehrpflichtige mit dem Hinweis einzuschüchtern, bei einer Ausmusterung oder Entlassung (aus medizinischen Gründen) aus der Bundeswehr entstünden Nachteile im späteren Beruf, besonders für die Übernahme im öffentlichen Dienst.

Deutsche Richter im Dritten Reich: "Die Mörder sind unter uns"

Als Betroffener, durch Ermordung meiner Freunde und Verurteilung des Volksgerichtshofes, möchte ich Ihnen mitteilen, daß der Artikel alles das zum Ausdruck bringt, was ich mich seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland in einem fast ohnmächtigen Zorn bemühe, innerlich zu verarbeiten.

Machtergreifung: Sprung ins Dunkle

Was geschah am 30. Januar 1933? Heute, fünfzig Jahre danach, weiß das jeder, erlaubt diese Frage nur Antworten von fatalistischer Eindeutigkeit und niederschmetternder Endgültigkeit; sie sind in jedem Geschichtsbuch nachzulesen.

Am Ziel oder am Ende?

Von Jes Rau Etwa eineinhalb Jahre nach jeder Präsidentenwahl pflegt die öffentliche Meinung der USA zu der Erkenntnis zu kommen, daß der jeweils Erwählte doch nicht auf Wasser wandeln kann.

Bonner Kulisse

Meldungen, Arbeits- und Sozialminister Norbert Blüm wolle die Selbstbeteiligung beim Krankenhausaufenthalt – fünf Mark pro Tag für die ersten vierzehn Tage – nach den Bundestagswahlen wieder abschaffen, ist falsch.

Arbeitsbeschaffung: Nachhilfe

Zugegeben – manchmal brauchen wir schon etwas länger, um die edlen Absichten unserer Politiker und den tieferen Sinn ihres Handelns zu begreifen.

Erst wenn es weh tut

Der "dicke Hund" findet sich auf dem vorletzten Blatt. Da rechnen die sogenannten Moderatoren in ihrem Papier zur Neuordnung der deutschen Stahlindustrie nämlich vor, daß bei Verwirklichung ihres Konzepts Einsparungen von zwei bis drei Milliarden Mark jährlich erreichbar seien.

Verschuldungskrise: Deutsche Bank einsam im Abseits

Warum macht die Deutsche Bank nicht mit? "Diese Frage", rätselt Winfried Spaeh, Generalbevollmächtigter der Dresdner Bank in New York und zuständig für den Bereich Nordamerika, "stellen nicht nur Journalisten, sondern auch der Internationale Währungsfonds, die Zentralbanken und Geschäftsbanken im In- und Ausland.

Lufthansa: Auszeichnung

Eine neue Ehrung für die Deutsche Lufthansa verführt dazu, wieder einmal über die Aufgaben von Managern nachzudenken und auch über die Befindlichkeit einer Branche, die einst von so viel Glamour und Prestige umgeben war.

Devisenmarkt: Pfundkrise

Scheich Yamani aus Saudi-Arabien hatte vorausgesagt, nach dem Scheitern der Opec-Konferenz werde der Preis für das Nordseeöl ins Rutschen kommen.

Börsen-Report: Kalte Duschen

Die Weltbörsen sind aus dem Tritt geraten. Schuld daran ist einmal das Auseinanderbrechen der Opec, das zunächst die internationalen Devisenmärkte kräftig durcheinanderbrachte.

Bundestagswahl: Parteien als Aktien gehandelt

Von der noch zu Beginn des Jahres herrschenden Euphorie ist auf dem Aktienmarkt nichts mehr übriggeblieben. Die Kurse befinden sich auf dem Rückmarsch bei gleichzeitig schrumpfenden Umsätzen.

+ Weitere Artikel anzeigen