Zum Mißbrauch verleiten die vom neuen Gesetz erlaubten Zeitmietverträge. Spätestens nach fünf Jahren kann der Vermieter die Wohnung kündigen, wenn er modernisieren will oder ein Angehöriger einziehen soll. Niemand kann dies prüfen. Im Ergebnis ist das ein Umweg zu Mieterhöhungen durch ständige Neuvermietungen. Zeitmietverträge haben damit alle Chancen, in Großstädten zur Regel zu werden.

Mißmutig stimmt die Schlichtheit, mit der CDU/CSU und FDP den Wohnungsbau angehen. Das Rezept: Mieten rauf – Probleme gelöst, ist viel zu simpel, als daß es wirken könnte. Die Wirtschaftlichkeit des Wohnungsbaus wird eben nicht nur von den Mieten bestimmt, sondern auch von Baukosten und Grundstückspreisen. Dazu hat die Regierung noch keine Ideen.