Karl-Heinz Janßen: „Der 30. Januar“. Es war ein Tag wie jeder andere: Weiße und Grüne Woche, Ballklatsch, Sportnachrichten, Aufführungen mit Gründgens, Trenker, Rühmann, Wirtschaftskrise und Winterunbill beschäftigten die Menschen mehr als die Regierungskrise in Berlin. Und doch kein Tag wie jeder andere: Zur selben Zeit, als die Polizei in Schöneberg ein paar Banditen faßt, nehmen in der Reichskanzlei Hochverräter und Kriegsverbrecher Platz. Wie vor 50 Jahren Banales und Besonderes sich mischten, Hoffnung und Verzweiflung, böse Ahnung und Illusion sich ineinanderfügten, wie machtpolitische Verblendung der Herrschenden und das Versagen der Parteien den Untergang der Weimarer Republik einleiten – all das stand in der gleichnamigen, siebenteiligen Serie des ZEIT magazins, die – ergänzt um eine „Kleine Volkshochschule für junge Leser“ – schon diese Woche als Buch erhältlich ist, sofern die Buchhändler es rechtzeitig auspacken. (Edition Freitag, verlegt bei Robinson, Frankfurt 1983, 192 S., 19,80 DM.)