Arbeitslose Lehrer, immer noch zu viele Lehrerstudenten – sollen darum Studiengänge eingestellt werden (das will die niedersächsische Landesregierung), soll querbeet so viel an der Universität eingespart werden, daß unnütz scheinende Einrichtungen verdorren (das ist das nordrhein-westfälische Modell), oder sollen ganz einfach ganze Hochschulen geschlossen werden, wie es die Regierung Späth in Stuttgart praktiziert? Die Christdemokraten im Stuttgarter Landtag zögern, über die von ihrer Landesregierung angestrebte Schließung der pädagogischen Hochschulen Heidelberg und Reutlingen zu entscheiden, Die zuständigen Arbeitskreise der Fraktion forderten die Regierung auf, mit weiterem Zahlenmaterial ihre Entscheidung plausibel zu machen.

Die Abgeordneten wollen vor allem wissen, warum die Schließung besser sein soll als die Gegenvorschläge der Betroffenen. Der Heidelberger PH-Rektor Erich Thies hat ein Modell zum Abbau der heute überflüssig scheinenden Kapazitäten vorgelegt, das alle Hochschulen erhält, einzelne Ausbildungsgänge aber für das ganze Bundesland an einer Hochschule konzentriert. Und die Reutlinger Hochschulpädagogen regen an, für die Zeit des Lehrerüberschusses ihre Dienste in die Fortbildung berufstätiger Lehrer zu „exportieren“. Beide gehen notgedrungen von einer demographischen Prämisse aus – dem Rückgang der Schülerzahl – und von einer politischen – dem Beschluß des Kabinetts Späth, von den 19 000 Lehrerstellen, die bis 1990 frei werden, 10 000 nicht neu zu besetzen.

Peter Pedell