Fünf deutsche Neonazis sind als mutmaßliche Terroristen verhaftet worden. Die Bombenanschläge auf amerikanische Einrichtungen Ende letzten Jahres gehen offensichtlich auf das Konto ihrer Zirkel, die über die Grenzen hinweg zusammenarbeiten.
Bomben explodierten in Autos amerikanischer Armeeangehöriger und in einer Wohnsiedlung der U.S.Army bei Frankfurt – eine Gruppe von Terroristen hatte sich im Dezember 1982 das Ziel gesetzt, US-Soldaten und ihre Angehörigen umzubringen. Zwei Menschen wurden schwer verletzt; es lag an Zufällen, daß die Sprengkörper keine größeren Schäden anrichteten. Die Öffentlichkeit vermutete die Täter erst einmal im linksextremen Spektrum: Die Revolutionären Zellen, die im Frankfurter Raum schon oft hervorgetreten waren, schienen die Bombe gelegt zu haben – um sich an die Proteste aus der Linken gegen die militärische Präsenz der Vereinigten Staaten in Deutschland anzuhängen. Gegen diese Vermutung sprach aber von Anfang an das Ziel der terroristischen Anschläge: beliebige Menschenmengen. Das paßte nicht zur Handschrift der linksextremen Terrorgruppen, die bisher immer einzelne prominente Repräsentanten des von ihnen gehaßten Systems ins Visier genommen hatten. Anschläge gegen große Personengruppen kannte man als Werk rechtsextremer Täter: in München 1980 beim Oktoberfest, in Hamburg gegen Vietnamesen, auch im europäischen Ausland.