Mit der Wahl von Helmut Kohl hat die pfälzische Komponente bei der Lenkung der Geschichte der Nation neue Dimensionen erreicht. Wer weiß, vielleicht könnte unser Büchlein auch manchem Ihrer Leser eine Handreichung zum besseren Verständnis des derzeitigen Kanzlers aller Deutschen sein. Sie werden sich über Einfallsreichtum und Ausdrucksstärke dieses Dialekts wundern.

Pressemitteilung des Meininger Verlags, Neustadt! Weinstraße, den Band „1000 Worte Pfälzisch - mit Pfälzischem Schimpfwörterlexikon“ betreffend

Krieg und Frieden (I)

Im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin haben sich über 300 Regisseure, Schauspieler und Kritiker aus 40 Ländern einem „Berliner Appell für den Frieden“ angeschlossen, in dem es heißt: „Die in Ost und West angehäuften Waffenarsenale betragen heute bereits ein Vielfaches der Menge, mit der man diesen Erdball in eine Mondlandschaft verwandeln kann. Wir unterstellen niemandem, einen solchen Plan zu verfolgen. Gleichzeitig sehen wir jedoch, wie vor unser aller Augen eine Rüstungspolitik fortgesetzt und forciert wird, deren Folgen unabsehbar sind. Nach den Feststellungen des als unabhängig anerkannten Schwedischen Instituts für Friedensforschung (SIPRI) in Stockholm besteht zur Zeit zwischen den beiden großen Blöcken in Ost und West ein militärisches Gleichgewicht... Die Installation der neuen Waffensysteme in Europa macht diesen Kontinent im Kriegsfall zur Zielscheibe atomarer Vernichtung. Mitteleuropa muß, wie der schwedische Ministerpräsident Olof Palme vorgeschlagen hat, eine atomwaffenfreie Zone werden. Die Liste der Unterzeichner enthält u. a. folgende Namen: Robert van Ackeren, Klaus Maria Brandauer, Tankred Dorst, Ulrich Gregor, Hans Werner Henze, Alexander Kluge, Kurt Maetzig, Jeanne Moreau, Karena Niehoff, Aras Ören, Otto Sander, Volker Schlöndorff, Heinz Schubert, Hanna Schygulla, Peter Stein, Elisabeth Trissenaar, Margarethe von Trotta.

Krieg und Frieden (II)

Die deutschen Soldaten des Zweiten Weltkrieges haben sich ja einiges an Mißachtung und Verunglimpfung bieten lassen müssen in unserer verweichlichten Republik. „Ob einer im KZ Hitler gedient hat oder an der Front, macht in meinen Augen nur einen graduellen Unterschied aus“, hat vor einigen Jahren einer gesagt, der mittlerweile sogar zum Bundesminister aufgestiegen ist, „das KZ stand schließlich nur so lange wie die Front hielt“. Nach empörten Protesten hat Christdemokrat Norbert Blüm sein freches Wort damals zwar rasch wieder zurückgezogen, doch konnte das natürlich nichts daran ändern, daß sich die ehemaligen Wehrmachtsangehörigen von unseren Intellektuellen und anderen Wehrkraftzersetzern niemals angemessen gewürdigt sahen. Nun endlich ist eine Literatin von hohem verkäuflichen Rang (immerhin über zwanzig Millionen Buchauflage) gekommen und hat in diesen Zeiten der geistigen und moralischen Erneuerung eine Bresche geschlagen. Auf die Frage des FAZ-Magazins „welche militärischen Leistungen bewundern Sie am meisten ?“ antwortete Utta Danella: Jene Alexanders, jene Friedrich des Großen, und jene, die deutsche Soldaten in den beiden Weltkriegen vollbracht haben“. Und „welche natürliche Gabe“ möchte sie besitzen? ,,Die Dummheit und die Gemeinheit der Erdbewohner wegzaubern zu können“.

Siedler ohne Severin

Severin und Siedler hieß der Berliner Verlag, dem es in knapp drei Jahren gelungen ist, mit einem anspruchsvollen geisteswissenschaftlichen Programm (und fast schmucklosen, typographisch strengen Buchumschlägen) im In- und Ausland bekannt zu werden. Es war der gemeinsame Erfolg zweier Freunde: des in der Bau- und Film-Branche zu Ansehen (und Geld) gekommenen Jochen Severin und des Schriftstellers und Kulturkritikers Wolf Jobst Siedler, der als Verlagsleiter über Jahre hin das hohe Niveau der Bücher von Ullstein und Propyläen garantiert hat. Aber die Partnerschaft zweier so ehrgeiziger Männer führt nun auch zur Trennung. Severin hat seine Anteile an den Bertelsmann-Verlag verkauft und wird, im eigenen Quadriga-Verlag, ein von ihm selber zu verantwortendes Programm herausbringen. Siedler, im Besitz einer Sperrminorität von 25 Prozent, wagt die Zusammenarbeit mit dem Bertelsmann-Konzern. Triste Erfahrungen, die „literarische“ Verlage bei Bertelsmann machen mußten (AutorenEdition, Steinhausen), nicht scheuend, orientiert sich Siedler am „Albrecht Knaus Verlag“, der in unternehmerischer Freiheit sein Verlagsprogramm entwirft und sich vom Großkaufhaus Bertelsmann nur Herstellung, Werbung und Vertrieb besorgen läßt. Wer es mit der Literatur ernst meint, wünscht dem neuen Experiment Erfolg: Ohne Siedlers anregende Energie wäre das deutsche Verlagswesen ärmer.