Der Filmregisseur und sein Action-Opus „Das Boot“ wurden für den Oscar nominiert

Von Bodo Fründt

Wir kennen uns nur flüchtig, doch Wolfsgang Petersen schüttelt mir die Hand wie einem guten alten Bekannten. Er versteht es, sofort eine Atmosphäre angenehmer Lockerheit zu verbreiten. Die herrscht, bei aller Geschäftigkeit, auch in der Halle 4/5, der größten auf dem Atelier-Gelände der Bavaria Studios in München Geiselgasteig.

Hier dreht Deutschlands erfolgreichster Filmregisseur: Für rund 60 Millionen Mark Produktionskosten wird seit drei Wochen Michael Endes „Unendliche Geschichte“ fürs Kino adaptiert.

Seine Laune ist blendend. Denn, fast unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit, ist etwas Sensationelles geschehen: Für seinen Film „Das Boot“, das brillanteste Action-Spektakel über die deutschen U-Bootfahrer des Zweiten Weltkrieges, das in aller Welt bisher rund 150 Millionen Mark Kasse gemacht hat, ist der 42jährige Deutsche, der gebürtige Ostfriese, als einer der fünf weltbesten Regisseure für die höchste Auszeichnung nominiert worden, die die amerikanische Filmindustrie zu vergeben hat: Hollywoods „Oscar“.

20 Filme in 7 Jahren

Und damit nicht genug. Auch für sein Drehbuch zum „Boot“ ist Petersen für die Verleihung am 11. April genannt worden, und vier weitere Nominierungen hat „Das Boot“ bekommen – für die Kamera, den Filmschnitt, den Ton und den Tonschnitt. Volker Schlöndorffs „Blechtrommel“ hatte, als bisher einziger deutscher Film, einen „Oscar“ als beste „ausländische“ Produktion erhalten. Gleich sechs Nominierungen für einen deutschen Film, gleichberechtigt neben Werken wie Steven Spielbergs „E. T.“ oder Richard Attenboroughs „Ghandi“, das hat es bisher noch nie gegeben. „Das ist wie die Erfüllung eines Traums“, freut sich Petersen, „das sage ich ganz offen, das sehe ich gar nicht cool und nüchtern. Da flipp’ ich richtig aus.“