Die jüngste Spekulation: Im Postministerium unter Christian Schwarz-Schilling wird Staatssekretär Dietrich Elias ausscheiden, allerdings nicht wegen des Ministers, der Elias als Fachmann schätzt und ihn auch halten wollte. Elias drängt es aus eigenem Antrieb aus dem Amt, heißt es. Daß man den erst 54jährigen Diplomingenieur irgendwo auf einem gutdotierten Posten in der Wirtschaft wiederfinden wird, ist keine Frage.

Im Postministerium wird es nach Elias vielleicht wie früher einmal wieder zwei Staatssekretäre geben: einen für die Verwaltung des Post- und Fernmeldewesens und einen für den Betrieb beider Zweige. Für die Verwaltung ist Bernhard Zurhorst, Ministerialdirektor und Leiter der Abteilung Finanzwesen als Staatssekretär im Gespräch.

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Ein weiterer Staatssekretär, der schon des öfteren auf dem Absprung war, hat nun endgültig seinen Bonner Koffer gepackt – Günter Hartkopf, beamteter Staatssekretär im Innenministerium. Hartkopf, ein FDP-Mann und seit Anbeginn der sozial-liberalen Koalition mit in der Führungscrew des Innenministeriums, bat Minister Friedrich Zimmermann, ihn in den einstweiligen Ruhestand zu versetzen. Das von Hartkopf genannte Motiv für seine Ruhestandsbitte: „Allgemeinpolitische Gründe“. Daß der Freidemokrat Hartkopf die politischen Gründe im CSU-Innenminister Zimmermann sieht, gilt als sicher.

Schon unter dem früheren Innenminister Verner Maihofer hatte es den Staatssekretär aus dem Staatsdienst heraus – und ins private Wirtschaftsleben hineingedrängt. Hartkopf wollte nicht selbst gehen, sondern in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden; die Versetzung in den einstweiligen Ruhestand – nur bei politischen Beamten möglich – bedeutet nämlich, daß die Bezüge des Beamten bis zu maximal 75 Prozent des Amtsgehalts fortgezahlt werden. Geht ein Beamter von selbst, verliert er die Beamten-Ansprüche.

Beim Staatssekretär liegt das Ruhegehalt bei knapp 10 000 Mark, reichlich Geld für Frührentner, die ihr Beamten-Knowhow meist auch noch in der Privatwirtschaft für allerlei Beratungszwecke zur Verfügung stellen – selbstverständlich gegen Honorar.

Weder Maihofer hoch später Gerhart Baum hatten Hartkopf auf Staatskosten ziehen lassen. Zimmermann hingegen wird Hartkopf entlassen, weil eine dauerhafte Vertrauensbasis der unterschiedlichen Parteileute nicht zu erwarten ist. Der Umweltschutz verliert mit dem scheidenden Staatssekretär einen nicht unwichtigen Anwalt, die Beamten aber auch. Hartkopf verstand sich als Hüter eines konservativen Beamtenrechts, einschließlich der dazugehörigen Vorrechte.