/ Von Heinz-Günter Kemmer

Deutschlands umsatzstärkstes Unternehmen, die Veba, zahlte im vergangenen Jahr 16 Millionen Mark ein, Deutschlands größter privater Arbeitgeber, die Siemens AG, legte etwa das Doppelte in die Kasse. Keine großen Beträge für Unternehmen mit zweistelligen Milliardenumsätzen, dennoch aber ungern gezahltes Geld. Denn es handelt sich um die Beiträge zum Pensions-Sicherungs-Verein (PSV), die sich 1982 mehr als verdreifacht haben.

Ursache dafür war der inzwischen abgeschlossene AEG-Vergleich, der nicht nur die Gläubiger des Unternehmens getroffen hat. Vielmehr müssen alle deutschen Unternehmen – sofern sie eine betriebliche Altersversorgung haben – für 60 Prozent der Werksrenten bei AEG geradestehen. Und das, so PSV-Vorstandsmitglied Eckart Windel, hat zu einer „gewissen Verkrampfung in der Mitgliedschaft“ geführt.

Dabei wird von den Mitgliedern des seit 1975 tätigen PSV in der Sache nichts Ungewöhnliches verlangt. Was da geschieht, ist im „Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung“ eine betriebliche Altersversorgung installiert haben, zwangsweise Mitglieder des PSV. Und wenn ein Unternehmen Pleite macht oder in Vergleich geht, dann müssen eben die anderen Mitglieder dafür geradestehen, daß die Betriebsrenten den Zusagen entsprechend gezahlt werden.

Bis zum vergangenen Jahr hat das auch wenig böses Blut gemacht. Die Beiträge zum PSV hielten sich in bescheidenen Grenzen. So hat der Verein aus der Untersuchung von Jahresabschlüssen großer Unternehmen, die etwa ein Drittel der Beiträge aufbringen, ermittelt, daß die Zahlungen an den PSV 1979 und 1980 jeweils deutlich weniger als ein Prozent der Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung ausmachten. Gemessen an den Löhnen und Gehältern war es weniger als 0,1 Prozent.

Das hat sich 1982 ganz gewaltig geändert. Der Beitragssatz, der im Durchschnitt der ersten sieben PSV-Jahre 1,5 Promille betragen hatte, kletterte nun im Gefolge des AEG-Vergleichs auf 6,9 Promille. In absoluten Zahlen: Statt mit 150 Millionen Mark im Durchschnitt der ersten sieben Jahre wurden die Mitgliedsunternehmen 1982 mit ziemlich genau einer Milliarde Mark zur Kasse gebeten. Der jeweilige Promillesatz bezieht sich übrigens auf eine Beitragsbemessungsgrundlage, die versicherungsmathematisch errechnet wird.