DIE ZEIT

Pest im Golf

Ende Januar und Anfang Februar griffen irakische Flugzeuge iranische Ölanlagen im Persischen Golf an. Die Bomben trafen nur zu gut: Etwa 150 000 Barrel sind seitdem ausgeströmt und haben einen schwimmenden Ölteppich von 400.

Ladykiller

Den gebeutelten Franzosen, denen in diesen Tagen soviel an Mythen und Materie zerrinnt, bleibt so gut wie nichts erspart. Seit über 500 Jahren und seit den Engländern hat nie wieder ein Sterblicher – kein Jakobiner, kein Anarchist, kein äußerer Feind – der Jungfrau von Orléans nachgestellt.

Mit Phantasie

Was England mit den Falklands anfangen soll, ist heute so unklar wie vor einem Jahr, als der Krieg mit Argentinien um die Inseln ausbrach.

Weg frei in Genf?

Ronald Reagan steuert bei den Genfer Raketengesprächen endlich eine Zwischenlösung an: Er ist von seinem Null-Null-Plan – keine Aufstellung neuer amerikanischer Mittelstreckenwaffen in Europa bei Abbau aller sowjetischen – abgegangen, wenngleich er an ihm als einem Fernziel festhält und seine neue Kompromißbereitschaft auch noch nicht zu einem eigenen Vorschlag verdichten mochte.

Das Unbehagen an der alten Politik

Das heitere Vorspiel ist zu Ende, der Ernst des politischen Alltags beginnt – so mag sich für manchen die Bonner Szene darstellen, nachdem der neue Bundestag seine Konstituierung hinter sich gebracht hat.

Bundestagseröffnung: Tastend in die neue Zeit

Die Geschichtsschreibung hat sich mit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus ausführlich beschäftigt, über die Entdeckung des Kolumbus durch Amerika dagegen ist wenig überliefert.

Zeitspiegel

Hugh Simmonds, ein junger, strahlender Anwalt aus Süd-West-Cambridgeshire, saß schon fast im Sattel: Der Ortsverein der britischen Konservativen hatte ihn bereits zum Kandidaten fürs Unterhaus ausgewählt.

Der Protest im Jammertal

Kühn kurvt ein Dorfjunge mit seinem Fahrrad durch die bunten Reihen der Blockierer und fragt munter: „Hallo Leute, schon was passiert?“ Knapp fünfzig Leute hocken konzentriert oder versonnen auf ihren Styropor- und Gummimatten vor der Liliencron-Kaserne, hinter deren Toren Lance-Raketen lagern sollen.

Austérité: Sündenbock im Ausland

Es war der richtige Zeitpunkt. Während die Franzosen in patriotischer Pflichterfüllung Devisen sparen und zu Hause weilen, mußten am vergangenen Dienstag 47 sowjetische Staatsbürger wegen Spionageverdachts Frankreich schleunigst verlassen.

Gromyko: Nein, das ist kein Weg zu Frieden und Übereinkunft

Auf einer seiner seltenen Pressekonferenzen hat der sowjetische Außenminister Gromyko – großtenteils in freier Rede – die von Präsident Reagan vorgeschlagene Zwischenlösung für die Genfer Verhandlungen über Mittelstreckenraketen abgelehnt.

Paris: Großreinemachen mit Sowjets

Alle Ausgewiesenen trugen ein Rosenbouquet, als eine Sondermaschine der Aeroflot sie am Nachmittag mit ihren Familien – rund 135 Personen – vom Charles-de-Gaulle-Flughafen abholte.

Südafrika: Maulkorb für die Medien

Im vergangenen Monat griff Pretoria auf zwei Gesetze der inneren Sicherheit zurück, um die Berichterstattung aus dem Parlament zu verbieten und drei Journalisten einen Geheimprozeß zu machen.

DOKUMENT DER ZEIT

Und wenn sie Munition abwirft, werden Menschen nicht anders als bei jeder anderen sterben. Oder wenn eine französische Rakete fliegt, wird vielleicht auch sie das Etikett tragen „Ich bin französisch und zähle nicht“? Das ist absurd.

Vorsicht Schußwaffen!

I Hamburg, 5. März 1983: Gegen zwei Uhr morgens beobachtet ein Zivilfahnder der Hamburger Polizei, wie der 18jährige Alf Heins und dessen Freund Christian auf einem Parkplatz im Stadtteil Lurup mit einer Taschenlampe in fremde Autos hineinleuchten.

Platznot für die Demokratie

Verlaß dich nie darauf, daß der Wind den Bambus immer nur in die gleiche Richtung biegt.“ Dieses Sprichwort wird m. Thailand gern zitiert, wenn die Lage wieder einmal besonders undurchsichtig wird, also häufig.

Starker Zwerg

Vor wenigen Wochen beruhigte der stellvertretende russische Außenminister Michael Kapitsa die thailändische Regierung: „Jeder Tropfen Benzin, den die Vietnamesen in Kambodscha verbrauchen, wird von uns kontrolliert.

Wolfgang Ebert:: Land des Lächelns

Dieses Lächeln auf manchen Gesichtern – wem wäre es nicht aufgefallen, besonders auf den Osterspaziergängen? Darunter sind viele Aktivisten unserer Aktion „LfdA“ (Lächeln für den Aufschwung).

Mahnmal KZ Kemna: Schluß mit dem Schweigen

Altbergische Fachwerkhäuser, eine mittelalterliche Klosterkirche, ein Stausee im Grünen: In dem idyllischen Wuppertaler Ortsteil Beyenburg wohnt der Abiturient Rainer Lörken.

Teilzeitarbeit in der Kirche: Seelsorge zu zweit

Der siebenjährige Markus wird heute von seinem Vater von der Schule abgeholt und zur Turnstunde gebracht. Bis vor gut einem Jahr hat Markus seinen Vater nur selten zu Gesicht bekommen, aber seit seine Eltern, William und Sabine Downey, sich im Klinikum Steglitz in Berlin ein Klinik-Pfarramt teilen, bleibt für die Familie mehr Zeit.

Auf Fußangeln achten

Lage und Stimmung sind zum erstenmal seit langem wieder freundlicher, sagte Wilfried Guth, der Vorstandssprecher der Deutschen Bank, kürzlich bei der Vorlage des Jahresabschlusses.

Britischer Kohlebergbau: "Der Mann mit der Axt"

Ein Mann fünf Jahre jenseits der Rentnerschwelle, ein Amerikaner noch dazu, dessen Engagement den britischen Steuerzahler 1,5 Millionen Pfund (rund 5,25 Millionen Mark) kostet, soll den notleidenden britischen Kohlebergbau sanieren.

Bonner Kulisse

Die jüngste Spekulation: Im Postministerium unter Christian Schwarz-Schilling wird Staatssekretär Dietrich Elias ausscheiden, allerdings nicht wegen des Ministers, der Elias als Fachmann schätzt und ihn auch halten wollte.

Ärzte:: Aufklärung tut not

In der vergangenen Woche bekamen viele Patienten zum letzten Mal Unnützes auf Krankenschein. Jene vielen Mittelchen, mit deren Hilfe etwa die Dauer einer Erkältung von einer Woche auf sieben Tage reduziert werden konnte, gibt es seitdem zwar immer noch in der Apotheke, doch zahlt fortan im allgemeinen nicht mehr die gesetzliche Krankenkasse, sondern der Kunde.

Bayerische Motorenwerke: PR-Gag mit Hintersinn

Mit Umweltbewußtsein wirbt sich’s gut. Das werden sich auch die Public Relations-Strategen der Bayerischen Motorenwerke (BMW) gedacht haben, als sie in der letzten Woche die Öffentlichkeit wissen ließen: Wir wollen saubere Luft, und wir sind bereit, abgasärmere Autos herzustellen, damit die Umweltbelastung reduziert wird.

Auf Glück abonniert

Notleidende Unternehmen wieder in die Gewinnzone zu manövrieren – das ist schon unter normalen Umständen ein schweres Geschäft.

Getränkeverbrauch: Bier - weil es so billig ist

Josef Linsmeier, Rechtsanwalt im bayerischen Haar und Bundestagsabgeordneter in Bonn, hat es auf deutsche Kneipenwirte abgesehen, jedenfalls auf solche, die nach seiner Meinung Jugendliche zu leicht und zu billig an Alkohol heranlassen.

MANAGER UND MÄRKTE

Wenn Cartier kreißt, wird ein „Muß“ geboren. Fünf Jahre brüteten die Schöpfer des berühmten Pariser Juweliers an dem neuesten Produkt, das die „Les-Must-de-Cartier“-Serie (edle Feuerzeuge oder Kugelschreiber) ergänzen soll.

Kleine Schritte

ZEIT: Die lautstarken Debatten über das neue Mietrecht konnten den Eindruck entstehen lassen, als sei die Wohnungspolitik in der Bundesrepublik bereits marktwirtschaftlich geworden.

ZEITRAFFER

Wenn die Konjunktur weltweit lahmt, macht sich das auch im Handel der Länder untereinander bemerkbar. Wie schon 1981 war denn auch letztes Jahr der Außenhandel der Industrieländer rückläufig.

Öffentlicher Dienst: Magere Zeiten für Beamte

Allenthalben wird gewarnt: Sei es vor einer „weiteren Einschränkung der Beamtenversorgung“ (Alfred Krause vom Deutschen Beamtenbund), oder vor dem „Lohndiktat der öffentlichen Arbeitgeber“ (Monika Wulf-Mathies, die neue Chefin der Gewerkschaft ÖTV) oder vor einer „weiteren Überlastung der öffentlichen Haushalte“ (Bundesfinanzminister Gerhard Stoltenberg).

Kursbarometer: Aufwärts ohne Pause

In der deutschen Nachkriegsbörsengeschichte hat es selten ein Vierteljahr gegeben, in dem die Aktienkurse so stark gestiegen sind wie in den letzten drei Monaten.

Börsen-Report: Lust am Spekulieren

Von der nun schon oftmals angekündigten „Konsolidierungsphase“, die nach einem so langen und kräftigen Anstieg der Aktienkurse eigentlich überfällig ist, konnte weder vor noch nach dem Osterfest die Rede sein.

Europäische Gemeinschaft: Die Kühe sind zu produktiv

Die zwanzig Sekunden Milchwerbung, die von nächster Woche an regelmäßig über die deutschen Bildschirme flimmern sollen, sind teuer: Rund dreißigtausend Mark kostet jeweils die Sendezeit, mit über hunderttausend Mark schlugen die vierzehntägigen Dreharbeiten zu Buche.

Frankreich: Fortschritt mit doppeltem Boden

Vor 3500 Pensionären, die in der vergangenen Woche im Pariser Kongreßzentrum zum ersten französischen Alten-Kongreß zusammengekommen waren, feierte Präsident François Mitterrand die jüngste soziale Reformtat der französischen Linksregierung mit geschichtsträchtigen Formulierungen.

Neuerscheinungen: Das Buch eines Ketzers

Je dicker ein Buch ist, desto weniger wird es gelesen. Das weiß natürlich auch ein so versierter Autor wie Pentzlin. Wenn er diesmal einen dicken Wälzer – noch dazu über ein Bibliotheken füllendes Thema – schreibt, dann muß ihn etwas umtreiben.

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